Hinter dem Computer ist vor dem Menschen.
Ich finde meine Facebookseite zum meinem Buch Muttergefühle. Gesamtausgabe großartig. Dort sind ganz viele verschiedene Eltern unterwegs, und es ist für mich und viele anderen ein Ort, an dem wir Fragen und Probleme loswerden. Wir erzählen anderen von uns und wir machen uns gegenseitig Mut. Leider machen wir uns auch gegenseitig fertig. Zwar sind es nur ein paar, aber trotzdem geht mir das so auf den Zwirn, dass ich jetzt so einen Klugscheisserbeitrag dazu schreiben muss. Weil ich so viel Zeit in die Seite stecke, Zeit, die mir niemand bezahlt, was mir aber egal ist, weil ich mir einen geschützten Raum für Eltern wünsche. Eben ohne Klugscheissen, Bevormundung und Besserwisserei. Doch plötzlich wird auch hier gewettert gegen Fremdbetreuung, gegen Zuhausebetreuung, gegen Waffen, für N-Wörter, gegen Fernsehgucken, für neue Medien, bestimmt könnte man auch wegen Fingernägelschneiden anfangen, sich virtuell an den Haaren zu ziehen.
Inzwischen hinterfrage ich bei jedem Post, ob daraus eine Kampfdiskussion entstehen könnte, und letzte Woche habe ich tatsächlich einer ziemlich verzweifelten Mutter lieber privat per Mail geantwortet und von einem öffentlichen Post abgeraten, aus Angst vor dämlichen Kommentaren. HALLO? Wie scheisse ist das denn? Und wo soll das hinführen?
Ich will nicht, dass ein paar wenige Menschen von insgesamt fast 1900 (!) dafür sorgen, dass ich nur noch total witzige Babyvideos und fancy Basteltipps poste.
VERDAMMT NOCHMAL, hinter jedem Post steht ein echter Mensch. Dieser Mensch hat Knie, meistens Kinder und immer Gefühle. Vielleicht hat dieser Mensch die letzten Nächte sehr schlecht geschlafen (Zähne, Stillen, 6. Staffel Dexter) oder ist verunsichert (Trotzphase, Angst um den Job, Geldsorgen, Beziehungsprobleme). Wenn dieser Mensch hier um Hilfe bittet, ist es nicht konstruktiv, ihm zu sagen, er sei selber Schuld, prollig oder unfähig. Ich wünsche mir, dass wir diesem Menschen dann einfach erzählen, wir wir mit diesem Thema umgehen, damit er bestenfalls vielleicht ein paar Anregungen bekommt. Und ich wünsche mir, dass dieser Person Mut und nicht gleich der Prozess gemacht wird.
Ich weiss ja nicht, ob ihr schon mal vorm Computer sasst und respektlose Kommentare über euch selbst gelesen habt. Ich ja. Leute beschimpften mich als ,arrogante Hipstermutter‘, zu egoistisch, um Kinder zu haben und vieles mehr. Die kannten aber ja überhaupt nicht mich, sondern einen Artikel, in dem ich gesagt habe, dass ich mit Kind gern in der Stadt wohne. Sie haben alles rausgehasst, was sich bei ihnen so angestaut hat, und ich habe das abgekriegt. Das hat mich verletzt. Mir wurde heiss und kalt und ich habe mich furchtbar gefühlt. „Wenn du dich öffentlich machst, musst du auch mit dem Echo leben können“, denken jetzt bestimmt ein paar. Klar, und ich habe inzwischen auch schon ein viel dickeres Fell als noch vor eineinhalb Jahren. Aber wir brauchen auch eine digitale Herzensbildung, wie Sascha Lobo so schön geschrieben hat.
Hier noch mal von mir zum hinter die Ohren schreiben, auswendig lernen und bitte beherzigen:
Ihr antwortet keinem grauen Kasten, sondern einem Menschen!
Wenn mich ein Post nervt, dann stelle mir eine mir bekannte Person vor, die eine ähnliche Meinung hat und schreibe nur das, was ich dieser Person ins Gesicht sagen würde (nüchtern).
Euer Richtig stimmt nicht automatisch für alle.
Jeder Mensch macht alles anders. Erst Recht mit Kindern. Was bei euch hilft, kann bei anderen voll in die Hose gehen. Beschreibt lieber, wie ihr es macht, statt zu befehlen, dass alle es wie ihr machen müssen.
Macht euch auch für andere gerade.
Wenn ihr mitbekommt, dass eine Diskussion ausartet, macht die Streithähne und -hennen darauf aufmerksam, dass die Diskussion ausartet. Je mehr das machen, desto weniger Platz ist für dämliche Dialoge!
Lasst euch nicht provozieren.
Wenn ihr euch beleidigt oder verletzt fühlt, schreibt es. Aber lasst euch nicht zu einem „Guck dich mal selber an“-Spruch hinreissen, sondern teilt lieber ehrlich mit, dass euch die Äußerung kränkt.
Wenn ein Ton schreckliche Musik macht oder unsachlich diskutiert wird, werde ich noch deutlicher darauf hinweisen. Immer wieder. Glaubt mir, ich habe schon ganz andere Dinge tausendmal gesagt. Ich habe ein vierjähriges Trödelkind.
Inzwischen hinterfrage ich bei jedem Post, ob daraus eine Kampfdiskussion entstehen könnte, und letzte Woche habe ich tatsächlich einer ziemlich verzweifelten Mutter lieber privat per Mail geantwortet und von einem öffentlichen Post abgeraten, aus Angst vor dämlichen Kommentaren. HALLO? Wie scheisse ist das denn? Und wo soll das hinführen?
Ich will nicht, dass ein paar wenige Menschen von insgesamt fast 1900 (!) dafür sorgen, dass ich nur noch total witzige Babyvideos und fancy Basteltipps poste.
VERDAMMT NOCHMAL, hinter jedem Post steht ein echter Mensch. Dieser Mensch hat Knie, meistens Kinder und immer Gefühle. Vielleicht hat dieser Mensch die letzten Nächte sehr schlecht geschlafen (Zähne, Stillen, 6. Staffel Dexter) oder ist verunsichert (Trotzphase, Angst um den Job, Geldsorgen, Beziehungsprobleme). Wenn dieser Mensch hier um Hilfe bittet, ist es nicht konstruktiv, ihm zu sagen, er sei selber Schuld, prollig oder unfähig. Ich wünsche mir, dass wir diesem Menschen dann einfach erzählen, wir wir mit diesem Thema umgehen, damit er bestenfalls vielleicht ein paar Anregungen bekommt. Und ich wünsche mir, dass dieser Person Mut und nicht gleich der Prozess gemacht wird.
Ich weiss ja nicht, ob ihr schon mal vorm Computer sasst und respektlose Kommentare über euch selbst gelesen habt. Ich ja. Leute beschimpften mich als ,arrogante Hipstermutter‘, zu egoistisch, um Kinder zu haben und vieles mehr. Die kannten aber ja überhaupt nicht mich, sondern einen Artikel, in dem ich gesagt habe, dass ich mit Kind gern in der Stadt wohne. Sie haben alles rausgehasst, was sich bei ihnen so angestaut hat, und ich habe das abgekriegt. Das hat mich verletzt. Mir wurde heiss und kalt und ich habe mich furchtbar gefühlt. „Wenn du dich öffentlich machst, musst du auch mit dem Echo leben können“, denken jetzt bestimmt ein paar. Klar, und ich habe inzwischen auch schon ein viel dickeres Fell als noch vor eineinhalb Jahren. Aber wir brauchen auch eine digitale Herzensbildung, wie Sascha Lobo so schön geschrieben hat.
Hier noch mal von mir zum hinter die Ohren schreiben, auswendig lernen und bitte beherzigen:
Ihr antwortet keinem grauen Kasten, sondern einem Menschen!
Wenn mich ein Post nervt, dann stelle mir eine mir bekannte Person vor, die eine ähnliche Meinung hat und schreibe nur das, was ich dieser Person ins Gesicht sagen würde (nüchtern).
Euer Richtig stimmt nicht automatisch für alle.
Jeder Mensch macht alles anders. Erst Recht mit Kindern. Was bei euch hilft, kann bei anderen voll in die Hose gehen. Beschreibt lieber, wie ihr es macht, statt zu befehlen, dass alle es wie ihr machen müssen.
Macht euch auch für andere gerade.
Wenn ihr mitbekommt, dass eine Diskussion ausartet, macht die Streithähne und -hennen darauf aufmerksam, dass die Diskussion ausartet. Je mehr das machen, desto weniger Platz ist für dämliche Dialoge!
Lasst euch nicht provozieren.
Wenn ihr euch beleidigt oder verletzt fühlt, schreibt es. Aber lasst euch nicht zu einem „Guck dich mal selber an“-Spruch hinreissen, sondern teilt lieber ehrlich mit, dass euch die Äußerung kränkt.
Wenn ein Ton schreckliche Musik macht oder unsachlich diskutiert wird, werde ich noch deutlicher darauf hinweisen. Immer wieder. Glaubt mir, ich habe schon ganz andere Dinge tausendmal gesagt. Ich habe ein vierjähriges Trödelkind.
inFemme - 12. Feb, 11:20








