Donnerstag, 24. Juli 2008

die blond kriegt einen grünstich.

die blond-ausgaben der letzten monate waren blöd und irrelevant. die redaktion schien so beschäftigt mit betonen, dass sie vorgehen, dass sie zum vorgehen keine zeit mehr hatten.
aber das hier haben auch die party-schreiber aus der osterfeldstraße wirklich nicht verdient:
blond1
Ja, spinnt denn der Verlag? Haben die einen Praktikanten von der Bravo abgeworben und lassen den jetzt ganz kompromisslos ein glossy Paper für slashy Styles und crazy Living machen? Hallo?
Dass ein Magazin wie die blond plötzlich Mädels als Zielgruppe will, ist so, als würde die taz plötzlich zum Magazin für Jagd- und Forstwirtschaft gemacht. Schade, dass der Mann sein Abo schon vor dem Brief gekündigt hat, denn diese kündigung wäre sinnvoller, hilfreicher und begründeter gewesen.
ich wünsche allen redakteuren, die vermutlich alle ihre jobs nicht mehr haben (wollten), alles gute. und alle wut bitte ins nächste magazin.

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Lieber Franz Josef Wagner,

Sie schreiben an die Farbe Schwarz, um ihr mitzuteilen, dass Sie sie jetzt schön finden. Schwarz ist für Sie nicht mehr „... die Mitte einer Zielscheibe, die Schicksalsgeschichte der ... Sklaven. (...) das Kleid der Witwe oder der Trauerflor der Taxen für ermordete Kollegen.“ Dank Barack Obama weinen Sie bei Schwarz nicht mehr. Weil Barack Obama das für stieselige Weiße sympathische Schwarz hat. Er war auf der Weißen-Uni, er kann toll Basketball spielen, er kann prima tanzen. Und seine Stimme ist bestimmt wie Samt.
Ich glaube, Sie finden besonders eine Sache an Barack Obamas Schwarz so toll: es ist weiß. Sicher macht es Ihnen dieses weiße Schwarz leicht, endlich mal tolerant sein zu können. Sie können einen Schwarzen umarmen. Ihn bejubeln. Ihn bewundern.
Ja, endlich mal einer, der nicht nur Klicksprache kann, mit Kokain-Bubbles im Mund am Bahnhof steht und weißen, dicke Frauen nachstellt. Meinen Sie eigentlich, Obama hat auch so ein Riesending?


Herzlichst,

Ihre inFemme


P.S.: Ich bin übrigens schon sehr gespannt, wann und was Sie an die Farbe Braun schreiben.

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Lieber Franz Josef Wagner,
wie ein kleiner Junge seiner Schultüte, fiebern Sie dem Date mit Barack Obama entgegen. Und genau wie einem Schuljungen erklären Sie ihm in einem Brief, dass unser Spiegel vergleichbar mit Time ist. Um ihm danach gleich klipp und klar zu sagen, dass Sie Ihr Herz nicht für ein „yes, we can“ verlieren. Schließlich kommen Sie aus der Über-Republik, die, wie Sie richtig feststellen, keine Abu Ghraib und kein Guantanamo hat, die beim Herzinfarkt rettet und deren Einwohner am meisten spenden.
Jetzt mache ich mir Sorgen um Ihre Augen. Sie scheinen auf einem Auge blind zu sein. Denn auch in Deutschland werden Frauen vergewaltigt (oder schieben Sie das den Asylanten in die Schuhe?). Hier werden Kinder ermordet (das liegt Ihrer Meinung sicher auch am Migrationshintergrund?). Hier verdienen Männer immer noch viel mehr als Frauen (hier fragen Sie sich, was überhaupt falsch daran ist?) und hier wird bestochen, abgestochen und betrogen, was das Zeug hält (jajaja.)
Aber ach, was für ein Glück! Sie ändern ja ständig Ihre Meinung. Deshalb besteht noch etwas Hoffnung, dass Sie morgen über Deutschland ganz anders, vielleicht sogar etwas kritisch denken. So, wie Sie plötzlich am Ende Ihres Briefes ihr Herz an Barack Obama verschenken. Liebe ist so schön. Und die beste Liebe ist immer noch die deutsche!

Heiligst,

Ihre inFemme

Donnerstag, 17. Juli 2008

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Lieber Franz Josef Wagner,
wenn Ballack seine Simone ehelicht, geben Sie mehr als nur Ihren Segen. Sie geben gleich vier Antworten auf die Frage, warum diese Hochzeit 10 Jahre zu spät stattfindet.
Der Leser darf wie bei multiple Choice ankreuzen, welche Antwort richtig ist. Weil die Hochzeit von einem ewig Zweiten mit einer Frau, die Elton John gutfindet, nicht interessiert, gibt es jetzt einen Test zu Ihrer Person. Die Frage: warum sind Sie so, wie Sie sind? Kreuzen Sie wie bei multiple Choice an.

A: Weil die BILD das aus mir gemacht hat. Wer so lange für dieses Blatt schreibt, hält sich und Deutschland ganz automatisch für Gott, Kaiser und auch Chef von allem.

B: Weil ich seit über vier Jahren meine Medikamente nicht finde.

C: Warum sollte ich was anderes machen? Ich bekomme für jeden Brief viel Geld und habe noch niemals für einen länger als 7,5 Minuten gebraucht.

D: Papa hat Mama geheiratet. Atomkraft, ja bitte. Ich muss kotzen. Doppelherzen gibt es nicht.

Wenn Sie D, angekreuzt haben, dann haben Sie gewonnen. Denn dann ist ihr nächster Brief schon fast fertig. Sie müssen nur noch überlegen, an wen er geht.


Bitteschön,

Ihre inFemme

Freitag, 11. Juli 2008

das habe ich alles nur für sleaze getan.

für das supermagazin sleaze aus berlin schreibe ich sachen. sleaze ist viel netter als die dickhosige vice oder die blond, die sich mit ihrem lebensgefühl erst selbst überholt hat, und dann erst immer billiger und schließlich seltener wurde. die letzten artikel, die ich geschrieben habe, sind die hier.

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meine briefe an franz josef wagner im liebesbriefoutfit.

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meine anleitung zum sündigen für die weltreligionen.

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meine beobachtung von geektattoos.

Donnerstag, 10. Juli 2008

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Lieber Franz Josef Wagner,

nach Ihrem Brief an die Atomkraft muss ich sagen: Sie sind ganz schön verstrahlt. Sie müssen zu viel Kaffee mit Angela Merkel und zu viele Mojitos mit Kai Dieckmann getrunken haben. Dazu kamen vermutlich viele Frei-Chips mit dem Breakdancer, die Ihnen die Lobbyisten der Atomindustrie zugesteckt haben. Nur so könnte ich Ihr Fazit: „Atomkraft, ja bitte.“ verstehen. Und da haben wir von Ihrer „Argumentation“ noch nicht mal begonnen zu sprechen. Ganz kurz: Weil ihre Enkelin im Alter weder mit Gas noch mit Öl heizen werden kann, sind Sie für Atomkraft. Alternative Energien scheiden aus. Weil erstens Energiemasse wie Mais oder Raps die Welt verhungern lassen wird. Schließlich sind schon ziemlich viele Felder als Futter für das Steak verplant, das aus Argentinien auf unsere Teller geflogen wird.
Zweitens finden Sie, dass Windkrafträder nicht gehen. Und da kann ich Ihr Argument voll und ganz nachvollziehen: Sie verstellen den Blick aufs Meer, behindern die Freiheit der Augen. Endlich spricht es mal jemand aus. Diese schrecklichen Wirbelriesen, die so effektiv Strom erzeugen können, sind Monster. Sie sollen sofort rückmontiert werden. Dasselbe gilt auch für Solarzellen. Diese schwarzen Quadrate sind so eckig und schwarz. Das macht traurig. Das macht depressiv.
Lieber Wagner, Ihr Blick auf die Welt eröffnet mir völlig neue Horizonte. Damit Ihre Enkelin später nicht frieren muss, freien Blick aufs Meer hat und auch immer fröhlich ist, wähle ich in Zukunft CDU. Für die Atomkraft. Für Sie. Für Ihre Enkelin. Für Deutschland.


Herzlichst,

Ihre inFemme

Montag, 7. Juli 2008

Gipsbein gesucht (ohne Inhalt)

Es gibt einen gehbehinderten Menschen. Und damit meine ich jemanden aus meinem direkten Umfeld und keinen einäugigen Kettenbrief-Albino ohne Niere aus Nicaragua. Dieser Mensch schämt sich, sich für längere Fusswege in einen Rollstuhl zu setzen.


Deshalb dachte ich mir, ich besorge ein Gipsbein, das der Mensch sich ums Bein schnallen kann. Dann wird er nicht mehr für klapprig gehalten, sondern für sportlich (beim Hochsprung war wohl die Matte zu kurz, beim Basejumping hat wohl plötzlich jemand ein Fenster aufgemacht uswusf.)

Also suche ich ein Gipsbein. Die, die es auf ebay gibt, sind entweder zu klein oder immer in letzter Sekunde bei jemand anderem gelandet.


Wenn also einer von Euch eine Idee hat, wie ich bis Anfang August an ein Gipsbein (Schuhgröße mindestens 42, Beindicke Durschschnitt) kommen kann, ich bin für Hinweise oder auch gleich Beine sehr dankbar.

Donnerstag, 26. Juni 2008

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Lieber Wagner,
einen Haken der Freude schlug ich beim Lesen. Denn endlich schriebst du nicht an die Europameisterschaft, ihre Mannschaften oder Bälle, sondern holtest dir die zwei U-Bahn-Schlägertürken aus der Böse-Schublade und hautest in gewohnter Manier ein paar Mal drauf. Das Video ging durch die Presse, alle haben gesehen, wie die beiden „sportlich“ auf den Rentner eingetreten haben. Dass diese Tat nicht zu entschuldigen und zu rechtfertigen ist, siehst du anders: Für dich ist das Labor Deutschland Schuld, das eigentlich aus Ausländern Nobelpreisträger oder Grünen-Politiker macht. Diese Labor hat deiner Meinung nach die Kontrolle verloren über Schlägerjungen Serkan. Ein Fehler im System. Dabei war für ihn ein so schönes Leben vorprogrammiert: eine gute deutsche Frau, zwei zauberhafte Kinder, eine Karriere als Gartenbauarchitekt und eine kleine versaute Geliebte. Ach ja, und einen 5er BMW.
Der Fehler liegt wo anders. Denn mit deinen Synapsen hat irgendwer sehr lange Gummitwist gespielt. Jetzt sind sie ausgeleiert und machen aus Texten, die Sinn ergeben, wilde Fragmente gemischt aus Landser-Erotik und einfach gestricktem Mitgefühl.
Komm ins Labor. Aber Finger weg von den Ratten. Sie rauchen in der U-Bahn.

Herzlichst,

inFemme

Freitag, 13. Juni 2008

Mein tocktocktok Arbeits DRRRRRRRRRRRRR-tag.

Eigentlich dachte ich, die größte und längste Baustelle sei Berlin. Tatsache ist jedoch, dass sie sich in einem Umkreis von 15 Metern Luftlinie um meine Wohnung befindet. Seit dem Einzug im Januar 2007 wird abgerissen, gebaut, gebohrt, gehämmert und gestaubt. Darüber habe ich mich bereits ausgelassen, heute gibt es ein Sample der Geräuschkulisse an meinem Schreibtisch zum Hören. Und ich bin weder divenhaft noch Jurymitglied von Germanys Next Topmodel, wenn ich sage: ICH KANN SO NICHT ARBEITEN.
Ich mache die Musik immer lauter. Aber mit jedem Dezibel schnappen die Handwerker sich einfach ein neues Gerät, das mehr Krach macht. Die neue Weezer scheinen sie übrigens zu mögen, denn manchmal hämmern sie fast im Takt.
344_Gehoerschutz
Ich werde mir das regelmäßig vorspielen, wenn die Baustelle geschlossen ist (ca. April 2014).

Dienstag, 10. Juni 2008

Liebe BILD!

pissmeoff

Zuletzt unterstellt:

die blond kriegt einen...
die blond-ausgaben der letzten monate waren blöd...
inFemme - 24. Jul, 18:08

Heavy Rotation zum Nachkaufen:


Ghost of Tom Joad
No Sleep Until Ostkreuz


Santogold
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Zuletzt aktualisiert: 24. Jul, 18:08

Schaurige Gewissheit.

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