Herr Kaiser, deine Hose ist noch auf.

Die ERGO Versicherungsgruppe will mit dem Ausschnitt aus High Fidelity ihrem neuen Auftreten total verständnisvoll rüberkommen. Wir sollen denken: "Oh ja, die wissen, was wir wollen."
Anscheinend wussten sie auch genau, was ihre Mitarbeiter wollen, als sie den 100 besten Vertrieblern vor vier Jahren auf einer Party in Budapest Incentives der besonderen Art präsentierten:
Frauen mit verschiedenfarbigen Armbändern.
Rot: Frau bringt nur Getränke und ist freundlich.
Gelb: Frau ist "besonders" freundlich (Prostituierte).
Weiss: Frau ist "besonders" freundlich und auch noch richtig gut dabei (reserviert für den Vorstand und die allerbesten Vertriebler).

Für jedes Mal "besonders" freundlich sein hat die Prostituierte einen Stempel auf den Arm bekommen. Toll! Trotz aller Feierei haben Sie Werte wie Respekt und Menschenwürde nicht vergessen.

Das HMI-Mitarbeitermagazin fasst das Event so zusammen: „Unglaublich, was man in der HMI wirklich erleben kann. Aus welchem Blickwinkel auch immer man diese Mega-Fete betrachtete, ein Mordsspaß war es auf alle Fälle. Jedenfalls haben wir bis zu diesem Zeitpunkt noch niemanden gefunden, der nicht dabei war und sofort wieder loslegen möchte.“

Megafete, Mordsspass. Loslegen. Puh! Da kann ich mir gleich vorstellen, wie so ein Vertriebler aussieht: lang, dünn, fahle Haut, nach Rauch stinkend und Slipperschuhe mit Fransen.

Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass Prostitution abschaffbar ist, und dass keine einzige Dienstreise einen Abstecher in den Puff macht. Aber diese Schlachthofbehandlung der Frauen macht mich so wütend, dass ich diesen ganzen Vertrieblern ihre Schnurrbärte anzünden könnte, aber erst, nachdem ich in ihre Fransenschuhe gepinkelt habe.


15-schlachthof
Das hat Tradition. Geile HMI-Mitarbeiter auf einer Sexparty (1952).


Wer meine dezidierte Meinung zum Thema "Prostitution vs. Sexarbeit. Politische, rechtliche und soziale Auswirkungen eines neuen Verständnisses" lesen will, kann sich gern meine Magisterarbeit ausleihen. Vor zehn Jahren schon sollte es gesetzlich verankert mehr Rechte für Prostituierte geben. Seitdem ist noch weniger passiert als in der Lindenstrasse.

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