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Präsidenten sind weniger verabscheuungswürdig als PoplerInnen.

Es gibt Menschen, die schockieren durch ihre physische Existenz. Der ukrainische Präsident zum Beispiel, oder Dolly Buster aus nächster Nähe. Solche Menschen wegen ihrer körperlichen Anomalitäten zu verspotten, liegt mir unter anderem aus Gründen der Political Correctness fern. Aber gleich um die Ecke der scheiße Aussehenden stehen die Sich-Peinlich-Benehmenden. Über die darf sich jeder aufregen, die verhalten sich schließlich falsch. Dabei kann jeder korrektes Benehmen lernen. Wohingegen man nicht lernen kann, wie man sich nach einen Quecksilber-Attentat einen rosigen Teint bewahrt.
Eine dieser Lern-Unwilligen bemerkte ich unlängst in meinem Fitnessstudio. Eine junge Frau, die mir gegenüber auf dem Stepper stand. Diese Pferdefreundin und Lehramtsstudentin guckte über Kopfhörer Fernsehen. Ich stand ihr, wie gesagt, gegenüber und zappte auf meiner Seite zwischen der 27. Wiederholung der MTV Music Awards und der SKL Show mit Günther Jauch hin und her. Dort stellt der kecke Jauch seiner Kandidatin eine Frage, die sie für einen der Prominenten zur Beantwortung frei gibt. Der Zufallsgenerator ermittelt Marcel Reif, dem die Kandidatin optimistisch das Wissen um die richtige Antwort zutraut. "Auch von der Art her", so die inzwischen fünffache Millionärin, die mit dem Geld den Kirchturm ihrer Heimatstadt reparieren sowie Modedesignerin werden will. Über Ihren an dieser Stelle schon fast in Vergessenheit geratenen Scherz biegt sich das Studiopublikum vor Lachen. Und auch meine benachbarte Pferdefreundin hält sich zu meinem Erschrecken brüllend die Hände vors Gesicht und schüttelt sich so heftig, dass sie auf ihrem Sportgerät kurz das Gleichgewicht verliert. Sie tobt regelrecht. Fürchterlich. Hat diese Frau überhaupt keine Kontrolle über sich? Nein, hat sie nicht. Denn nachdem sie sich ausgewiehert hat, schnäuzt sie sich in einer pedantischen Ausführlichkeit, wie ich sie eigentlich nicht anders von ihr erwartet hätte. Das allein ist noch nicht eklig. Aber dann klappt sie ihr triefendes Taschentuch auf und beglotzt Ihre Schnotten mit derselben Gründlichkeit. Und guckt. Und staunt. Und guckt. Bewegt die labbrige Masse hin und her, und staunt noch ein wenig mehr. Ich denke mir: Entweder kommen gleich Mitarbeiter des Tropeninstituts vorbei und nehmen eine Gewebeprobe oder ich war gerade Augenzeugin der ersten Nasengeburt. Angewidert blicke ich zur Seite und frage mich Fragen. Ist sie ein Opfer ihrer Erziehung? Hat ihre Mutter vielleicht sogar jedes Mal begeistert Vater, Freunde und Nachbarn geholt, wenn sie als Kind ganz prima Kacka gemacht hat?
Als Kind guckt sich jeder seine Popel an, rollt sie, schnippst sie weg oder steckt sie sich auch mal in den Mund. An den salzigen Geschmack kann ich mich noch genau erinnern. Irgendwann aber macht man das nicht mehr. Popeln ja, aber nur allein. Ich für meine Person habe dem Popelessen mit ca. 8 Jahren abgeschworen. Stand ja auch immer was auf dem Tisch.
Wir mussten nie hungern. Deshalb kann ich auch bis heute nicht verstehen, warum Menschen Austern mögen. Die schmecken nur nach feuchten Popeln und wenn man danach aufstoßen muss, fühlt man sich, als sei man in der Ostsee ertrunken.
Wobei: Da habe ich eine Geschäftsidee. Menschliche Austern. Für den schmalen Geldbeutel erschwinglich. Ich setze spärlich bekleidete Ausländer in einer zugigen Fabrikhalle unter einen Rasensprenger und bezahle sie dafür, dass sie Ihre Schnotten in in Rumänien produzierte Austerschalen-Imitate rotzen. So kann sich dann endlich auch der kleine Mann diese elitäre Köstlichkeit leisten, und ich mir mein eigenes Fitnessstudio.

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