Hut ab, Axel Schulz.
Die Redewendung „Das Handtuch werfen“ hat meistens mit Sport zu tun. Urlauber, die sich einen Platz am Pool erkämpfen wollen, werfen es auf die Liege und Trainer von Boxer, die nicht wollen, dass ihr Schützling noch doller auf die Fresse kriegt, werfen es in den Ring. So geschehen auch beim Comeback-und Abschieds-Kampf von Axel Schulz. Nun wäre ein leichtes, in die Kerbe der anderen Sportexperten zu schlagen und zu schreiben, wie erbärmlich seine Leistung war. Dass er sich darauf eingelassen hat, war so ohne Zweifel genau so dämlich als wenn jemand, der mal für den Bruchteil einer Sekunde freihändig Fahrrad gefahren ist, beim Zirkus Krone anheuert, um Einrad auf dem Drahtseil zu fahren. Axel Schulz wirkt zwar etwas dumm, aber ich glaube, dass er seine Niederlage aus langer Hand und zwei triftigen Gründen geplant hat. Erstens: Er will seine Ruhe. Wer will schon sein Leben lang in ätzenden Shows a la „Die 10 besten Lieder, zu denen ich mal eine Apfelschorle getrunken habe“ auftreten? Zweitens: Er will mal einen schicken Hut tragen. Und das geht nicht, so lange die Firma Fackelmann ihm Tag für Tag dieses schwarze Käppi auf den Kopf tackert. Das ist doch furchtbar. Wahrscheinlich ist Fackelmann auch Schuld, dass Axel Schulz den Kopf nicht frei gekriegt hat, bei der Einmarschhymne, die ihm bestimmt die Marketingstrategen von Fackelmänner aufgezwungen haben. Das war vielleicht ein Einmarsch-Motivations-Song für die Jahreshauptversammlung der Schnappatmer, aber doch nicht für einen Boxer. Ich finde, Axel Schulz hat sich mit seiner Niederlage nicht zum Gespött gemacht, er hat die Kontrolle über sein Leben und seinen Kopf zurückgewonnen.

Vor dem Kampf noch optimistisch: Axel Schulz

Vor dem Kampf noch optimistisch: Axel Schulz
inFemme - 26. Nov, 23:42


