Wer früh schnipst, kommt in die Tagesschau.
Entdeckt man Kommilitonen von früher im Fernsehen wieder, weiß man, dass sie „es geschafft haben“. Und wenn sie plötzlich bei Harald Schmidt sitzen oder die Tagesschau lesen, ist der Schreck groß. So geschehen bei der Journalistin Judith Rakers. Sie ist adrett gekleidet, kann prima vom Blatt lesen und ist manchmal ein bisschen frech. Wenn sie sich nicht gerade ihr langes, blondes Haar bürstet, kocht sie gern für ihre Freunde oder reitet ein Pferd.
Judith Rakers hat bestimmt noch nie Mercedessterne abgebrochen, einen Minderjährigen abgefüllt und mit nach Hause genommen oder nach dem Kotzen weiter getrunken. Judith Rakers und ich hatten noch nie viel gemein. Auch damals beim gemeinsamen Studium der Deutschen Philologie nicht.
Als der Literaturwissenschafts-Nazidozent ein Passfoto von uns wollte, gab ich ihm wortlos ein Häßletten-Foto aus dem Automaten. Judith Rakers reichte feierlich ihr Sonderformat ein und trällerte dazu: „Herr Ge-heeersch, ich trage mein Haar auf dem Foto offen, aber sonst eigentlich immer einen Zopf. Erkennen Sie mich trotzdem (neckisches Blinzeln)?“
Auch als wir in Sprachwissenschaft gefragt wurden, warum wir nicht zum freiwilligen Tutorium gehen, verliefen unsere Reaktionen eher gegensätzlich.
Ich so: „Weil es freiwillig ist.“
Sie so (nach vorheriger Fingermeldung MIT SCHNIPSEN): „Also, das möchte ich auch gerne mal wissen, warum da niemand hingeht. Ich war bis jetzt jedes Mal da, fand es ganz toll und werde auch immer hingehen.“
Sicher können Sie verstehen, dass ich froh war, als sich unsere Wege trennten. Und sicher können sie noch besser verstehen, dass ich mich bitter erbrach, als ich sie im Fernsehen erblickte. Kurzes Kotz- äh, Kostspiel gibt es hier .
Ich bin weder so beautiful noch so ferngesteuert wie Judith Rakers. Ich bin auch nicht so oft im Fernsehen wie sie. Ich werde nie in der Zeitung stehen mit der Bildunterschrift: „Sweet. Rike B. in Versace.“
Eigentlich wollte ich am Schluss schreiben, dass sie im Gegensatz zu mir das Proseminar B in Literaturwissenschaft geknickt hat, weil der Nazidozent für lieb Lächeln keinen Schein vergab. Aber irgendwie wäre das ein ganz schön zickiges Ende geworden. Deshalb wünsche ich Judith Rakers einfach alles Gute.
Judith Rakers hat bestimmt noch nie Mercedessterne abgebrochen, einen Minderjährigen abgefüllt und mit nach Hause genommen oder nach dem Kotzen weiter getrunken. Judith Rakers und ich hatten noch nie viel gemein. Auch damals beim gemeinsamen Studium der Deutschen Philologie nicht.
Als der Literaturwissenschafts-Nazidozent ein Passfoto von uns wollte, gab ich ihm wortlos ein Häßletten-Foto aus dem Automaten. Judith Rakers reichte feierlich ihr Sonderformat ein und trällerte dazu: „Herr Ge-heeersch, ich trage mein Haar auf dem Foto offen, aber sonst eigentlich immer einen Zopf. Erkennen Sie mich trotzdem (neckisches Blinzeln)?“
Auch als wir in Sprachwissenschaft gefragt wurden, warum wir nicht zum freiwilligen Tutorium gehen, verliefen unsere Reaktionen eher gegensätzlich.
Ich so: „Weil es freiwillig ist.“
Sie so (nach vorheriger Fingermeldung MIT SCHNIPSEN): „Also, das möchte ich auch gerne mal wissen, warum da niemand hingeht. Ich war bis jetzt jedes Mal da, fand es ganz toll und werde auch immer hingehen.“
Sicher können Sie verstehen, dass ich froh war, als sich unsere Wege trennten. Und sicher können sie noch besser verstehen, dass ich mich bitter erbrach, als ich sie im Fernsehen erblickte. Kurzes Kotz- äh, Kostspiel gibt es hier .
Ich bin weder so beautiful noch so ferngesteuert wie Judith Rakers. Ich bin auch nicht so oft im Fernsehen wie sie. Ich werde nie in der Zeitung stehen mit der Bildunterschrift: „Sweet. Rike B. in Versace.“
Eigentlich wollte ich am Schluss schreiben, dass sie im Gegensatz zu mir das Proseminar B in Literaturwissenschaft geknickt hat, weil der Nazidozent für lieb Lächeln keinen Schein vergab. Aber irgendwie wäre das ein ganz schön zickiges Ende geworden. Deshalb wünsche ich Judith Rakers einfach alles Gute.
inFemme - 4. Dez, 14:32


