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Lieber Rotwein-und Champagnerfreund Wagner,
ich habe mich lange nicht gemeldet. ich lag im Wochenbett – und nicht im Delirium, wie jeder fünfte Jugendliche. In einem Brief an die Komakinder sinnerst du über die Gründe, warum sie so viel saufen. Deine Antworten, die du selbst als lahm bezeichnest, sind auf den ersten Eindruck ziemlich logisch ("Der Beste im Komasaufen zu sein ist einfacher, als der Beste in Mathe zu sein"). Schließlich kann wahrscheinlich jeder außer Stephen B. Hawking schneller eine Flasche Wodka exen als fünfzehn Quadrat-Binomen lösen. Und knallen tut es auch mehr.
Dann kommt ein Exkurs in deine verstörte Frauenwelt: Warum immer mehr Mädchen zur Flasche greifen, fragst du dich. Saufen sie, weil sie nicht werden wollen wie ihre Mami, alleinerziehend, vor dem Fernseher hockend, ohne Mann? Das kann sein, Wagner, aber vielleicht saufen sie auch, weil sie genauso werden wollen wie ihr Papi: arbeitslos, gewaltbereit - und eben immer schön einen sitzen.
Naja. Zu guter Letzt muss dir eingefallen sein, dass du auch schon seit der 3. Klasse nicht mehr ins Glas gespuckt hast und kommst zu dem Ergebnis, dass wir Erwachsenen alle Schuld sind, weil wir immer saufen und keine Vorbilder sind. Unsere Kinder brauchen Hilfe. Aber unsere Erwachsenen auch. Da bist du doch bestimmt bei
So konstrukiv. So lösungsorientiert. Du musst in Deutschland oben sein. Damit Unten weiß, was zu tun ist. Darauf einen Dujardin. Oder was gerade da ist.
Prosit,
inFemme
inFemme - 5. Mai, 13:13


