Vorgestern habe ich vor Freude die Füße hochgelegt. Und das neue Album der Cribs gekauft. Jetzt habe ich es das dritte Mal gehört und bin traurig.
Bremsig ist es. Und ein bisschen öde. Und viel zu smithig. Weil ja auch Johny Marr mitspielt.
"We share the same skies" fängt sogar genauso an wie "You just haven`t earned it..", zugegeben, nur die ersten paar Noten, aber doof ist das trotzdem, weil es mich mit der Nase immer wieder draufstösst: Smiths. Smiths. Smiths.
Mir kommt das Album so vor, als hätten Tick, Trick und Track von den Cribs ordentlich die Hosen voll, weil der große Marr mitspielt. Und schon hören die Cribs auf, die Cribs zu sein. Weg ist der Rotz und der Wumms und die sich so toll überschlagende Stimme. Der Gesang leiert wie ein Fahrrad mit einer Acht.
Da hör ich lieber die alten Sachen. Zum Beispiel dies hier:
Die Sportfreunde Stiller machen nicht unbedingt Musik, die ich gut finde, aber ich finde die drei sympathisch. Und ihr New York Unplugged-Ding ist eine nette Idee. Womit wir auch schon beim Thema wären. Zu Beginn von "Ein Kompliment" schreit der Sänger ein so schlimmes YEEAAAAHHH, dass ich mich immer, wenn ich es im Radio höre, frage, ob er sich jedes Mal, wenn er es im Radio hört, grün und blau ärgert und schämt.
Wobei: es gibt wirklich Peinlicheres. Zum Beispiel Fergie von den Black Eyed Peas, die sich auf der Bühne in die Hose gemacht hat.
Oder Scott Stapp, der erste Sänger von Creed, der auf keinen Fall der Mensch war, der sich das Sprichwort "Weniger ist mehr" ausgedacht hat. Nein, das war die Blitzbirne, der bravourös gezeigt hat, wie man gleichzeitig mit Musik, Klamotten UND Körpersprache völlig daneben liegen kann.
Das Album in einem Satz: „Enter Metropolis“ ist wie der Ellenbogen, den ein Proll aus dem Fenster seines Golf GTI hängen lässt.
Dúné machen auch auf ihrem zweiten Album Indielectrock, eine Mischung aus High-Energy-Rock, klaren Synthesizern, packenden Gitarren und eingängigen Melodien.
Sie verarbeiten die Erfahrungen, die sie als Bewohner einer Kleinstadt beim Sprung in die große weite Welt, besonders in große Städte, gemacht haben. Und dass Dúné Großstadt können, haben sie schon auf ihrem ersten Album bewiesen. Erstaunlich versiert, ausgefuchst und nach vorn war das. Jetzt kommt also das zweite Album mit ein bisschen mehr Kleinstadt-Flair um die Ecke. Abgemischt vom Metal-Spezialisten Jakob Hansen, der sich unter anderem für das VolBeat-Platin-Album verantwortlich zeichnet und abgemischt von Michael Ilbert, der neben den Hives auch schon Roxette bearbeitete, kommt bei Dúné die Prolligkeit durch. Die Tempowechsel, Technoeinlagen, dramatische Metalgitarren, stampfende Beats sind herrlich uncool. Das macht manchmal Spaß und ist manchmal auch unangenehm. Wie das eben so ist mit der Prolligkeit. Also entweder das Album beiseite legen oder rein - und dann gehts ab im GTI, in der Großraumdiskothek oder im Breakdancer.
Jenny Wilson hat Hardships rausgebracht. In Deutschland hat sie wohl noch keinen Labelpartner gefunden, aber es gibt das Album als Download an allen bekannten Downloadstellen. Das Album ist wie Love & Youth ein grandioses Stück Kunst.
Sie ist wie Björk ohne den anstrengenden Wahnsinn. Oder, wie hier so toll von Silke Janovsky beschrieben: Das klingt, als hätte Kate Bush Gesangsstunden gegeben, als säße Missy Elliot hinter den Reglern in Roisin Murphys Studio, als spiele PJ Harvey statt Gitarre den Bass, während Laurie Anderson zusammen mit Feist die Platte produziert.
Und dass sie das Muttersein und den Spagat zwischen Kind und Kunst/Karriere/selbstbestimmtem Leben thematisiert, passt zumindest bei mir wie die Faust aufs Auge: Während ich das hier schreibe, schläft das Kind um meinen Bauch gewickelt und wacht von Zeit zu Zeit auf, um mir auf den Pullover zu kotzen.
In diese Liste werde ich die Lieder eintragen, die ich nicht vergessen möchte. Egal, wie alt oder was, hauptsache toll.
suedehead - morrissey
It must be love - madness
red alert - basement jaxx
rabbit in your headlight - unkle
c'mon c'mon - von bondies
tape song - the kills
rubidoux - cold war kids
my little monkey wrench - hot water music
save a prayer - duran duran
lucchini - camp-lo
rock on - funkdoobiest
gravel pit - wu tang clan
still in love song - the stills
moving - supergrass
Eventuell gründete sich Tocotronic so:
Dirk: Menno. Ich bin echt voll wütend aufs System, so. Das ist verlogen und doof und ich will da irgendwie nicht mitmachen.
Jan weht sich die Haargardine von den Augen und zuppelt an seiner Trainingsjacke.
Arne zuckt mit den Beinen.
Dirk: Ich muss mich ausdrücken. Oh, guck mal, hier liegt eine Gitarre.
Dirk nimmt sich die Gitarre, greift irgendwas und jault zu zaghaft auch irgendwas (z.B. "Die Burgeosie küsst die Idiotie" oder "Das System ist verlogen und doof und ich will da irgendwie nicht mitmachen")
Jan: Hm. Hier ist ein Bass.
Jan hängt sich den Bass um und dudelt immer abwechselnd zwei Töne.
Arne entdeckt ein Schlagzeug. Beim heransetzten stößt er sich erst den Kopf an seinen Knien, beginnt dann aber, fast rhytmisch auf die Snare zu hauen.
Die Musik von Tocotronic ist scheiße. Sie sollten ihre Botschaften lieber auf Plakate malen und sang- und klanglos durch die Schanze tragen. Ich finde sehr schade, dass die drei Jungs statt der Instrumente nicht hundert Zentner Wolle gefunden haben. Dann hätten sie ihr Leben lang nach Herzenslust linke Maschen stricken können und wären mir mit ihrem Gejaule im Radio nicht auf die Nerven gegangen.
Und was zwar schon sehr alt, aber immer wieder lustig ist, ist der pornolizer. guckt hier, was der von meinem tocotronic-text hält:
Was kein Mensch braucht, ist das neue Album von Mia! Diese Musik ist nämlich der Beweis, dass man auf Nächstenliebe hängen bleiben kann und das nicht gut ist. Denn dann riecht plötzlich alles nach Umarmen, Verständnis und Gemeinschaft mit Arschlöchern. Schade, dass die nicht mehr wütend sind.
Für Euch ist das nur ein Text. Für mich das Platzen einer Fan-Seifenblase. Keine Angst, ich drück hier nicht auf die Tränendrüse, ich mach's kurz: Ich habe Jimmy Eat World interviewt, dann ihr Konzert besucht und musste nach 10 Jahren bedingungsloser Liebe ernüchtert feststellen: Sie sind nicht vom spontanen Baum gefallen, sie haben nicht „Hier!" gebrüllt, als der liebe Gott die gute Laune verteilt hat und nach über 10 Jahren Bandgeschichte finden sie eher den Schlager als den Rock gut. Lest selbst:
Was war das beste, was Euch heute passiert ist?
Zach so: Dass wir sicher aus Köln hier angekommen sind. Wieso das denn, habt ihr einen verrückten Fahrer?
Zach wieder: Nee, aber man weiss ja nie, was passiert. Frag Metallica. (überlegt)
Eigentlich ist auch das beste, dass wir hier sind und heute eine Show spielen können.
(Die Freude über das anstehende Konzert hat er aber ziemlich gut versteckt. Auf dem Konzert selbst übrigens auch. Anm.d.Red.)
Wenn Ihr Songs wie Big Casino oder so schreibt, merkt ihr dann gleich, dass es ein dicker Hit wird? Und wie fühlt sich das an?
Zach so: Wenn wir ein Album machen, machen wir mit Songs, die nicht das Potenzial haben, etwas Besonderes zu sein, gar nicht weiter. Wenn wir also bei einem Lied nicht aufgeregt sind und nur denken „Naja...", schmeissen wir es raus. Weil das Ziel immer ist, ein Album zu machen, auf dem jedes Lied etwas Cooles an sich hat.
Fergie von den Black Eyed Peas hat sich ja auf der Bühne mal in die Hose gepinkelt, weil sie vergessen hat, auf Klo zu gehen. Ist Euch auch schon mal was Peinliches auf der Bühne passiert?
Rick so: Name it (lacht). Ich bin schon mal von der Bühne gefallen. Das ist also nicht AUF der Bühne passiert.
(Spässle g'macht. Anm.d.Red.)
Zach so: Mir ist schon öfter passiert, dass ich den falschen Song angefangen habe, das war auch peinlich.
Rick so: Das ist mir auch schon passiert.
(KREISCH! Das ist das VOLL PEINLICHSTE, das ich jemals gehört habe!!!! Anm.d.Red.)
Ihr habt als Metallica Coverband angefangen... Stellt Euch mal vor, Ihr würdet heute eine Band starten: würdet ihr immer noch Metallica covern oder eher eine andere Band?
Zach so: Gute Frage. Damals waren wir in einem Alter, in dem man das nachgemacht hat, was man gutfindet. Jetzt sind wir eher eine Band und schreiben unsere eigene Songs. Wenn wir also jetzt eine Band gründen würden, würden wir eher darauf konzentrieren, neue Songs zu schreiben. Wenn ich jetzt eine Band aussuchen müsste, die ich cover, würde ich mich für Tom Petty entscheiden.
Die zwei Jungs von LaRance finden Elektro ganz toll. Ich versuche dort, die Rockgitarre hochzuhalten, bin aber nicht immer erfolgreich. Könnt ihr den beiden sagen, warum Rock besser ist als Elektro?
Zach so: Rock hat eine längere Geschichte. Und wird es vermutlich länger geben als Elektro. Es ist einfach ein Fehler, Rock zu ignorieren.
( Jetzt downloaden: Der Zach-sagt,-man-soll-Rock'n'Roll-nicht-ignorieren-mp3-Klingelton. Anm.d.Red.)
Es gibt Euch jetzt seit fast 15 Jahren. Wärt Ihr glücklich oder gepisst, wenn Ihr jetzt einen Preis für Euer Lebenswerk bekommen würdet?
Rick so: Ich würde sagen, wir sind noch nicht durch mit dem Thema. Wir haben unser Lebenswerk noch nicht fertig.
Wie würdet Ihr Eure musikalische Entwicklung der letzten 13 Jahre beschreiben?
Zach so: Als Band interessiert uns nicht mehr so sehr, komplizierte Musik zu machen, sondern vielmehr gute Songs zu schreiben. Wenn man sich unsere alten Songs anguckt, waren die ja schon viel länger und komplizierter. Jetzt geht es uns um prägnante Rocksongs.
Naja. Gerade auf Eurem neuen Album sind die Songs ja viel eher Pop als Rock. Man denke nur an das Händeklatschen und Hey-Shouting und so....
Zach so: Ich finde, das hängt vom Song ab. Manche haben deutliche Pop-Elemente drin und manche nicht. Und hoffentlich hat jeder Song etwas, das im Ohr hängenbleibt.
Stimmt. Bei „Nothing Wrong" ist so ein Piepen im Hintergrund, das hört sich an wie ein Bagger, der rückwärts fährt.
(Zach und Rick wirken irritiert und etwas verstört. Aber das mit dem Bagger stimmt wirklich. Anm.d.Red.)
Zach so: Ja, wir nehmen alles, was den Song interessant oder besser macht. Und das waren beim neuen Album mit Sicherheit viele Pop-Elemente.
Wisst Ihr, dass Ihr damit ziemlich viele Fans enttäuscht? Da denken sich schon welche: Naja, das ist jetzt aber nicht mehr die Band, die ich so toll fand.
Zach so: Vielleicht ist das so. Aber wenn man das mal im Gesamtzusammenhang der musikalischen Bandgeschichte sieht, ist das neue Album jetzt auch nicht so untypisch für uns. Ich finde, es macht Spaß, es ist peppig, und das ist das Album, das wir machen wollten.
Fühlt Ihr Euch wie Rockstars?
Beide so: Nein.
Und wie ist das in den Staaten?
Zach so: Da sind wir etwas bekannter.
Rick so: Wir können aber immer noch unerkannt einkaufen gehen. Manchmal kommt jemand und sagt: Danke für Eure Musik. Aber es wird nicht gekreischt oder so.
Habt Ihr jemals Mädchen gesehen, die vor und wegen Euch ohnmächtig geworden sind?
Beide so: Nein. Das wär gruselig.
Nach dem Interview stand ich noch kurz mit dem netten, gutaussehenden Mann der Plattenfirma vor der Tür. Ein pubertierendes Mädchen mit einem für pubertierende Mädchen typischen Riesenrucksack fragte aufgeregt: „Sind Jimmy Eat World schon drin?" Wir nickten. Sie wartete. Sie sah nicht aus, als wollte sie „Danke für Eure Musik" zu Ihnen sagen, sondern eher sowas wie „.....!!?!!" oder „Hihihi, kann ich ein Foto machen?"
Zum Konzert sag ich nur kurz was, weil es selbst auch hätte länger sein können. Bisschen mehr als eine Stunde spielen ist wie bei einem 9-5-Job nach der Mittagspause nicht mehr wiederkommen. Und zu allem Überfluss haben die neuen Songs live ihren Schlagercharakter weiter entfaltet. Was will ich sagen, nach dieser gesamten Erfahrungen habe ich die Konsequenzen gezogen und mit Jimmy Eat World Schluss gemacht.
Eine Schlagerfaust ist die offensichtlichste Geste, mit der man in der Musik Gefühle vorgaukelt. Vor dem Oberkörper wird sie geballt, wenn der Zuschauer denken soll: „Ui, jetzt geht es aber emotional richtig zur Sache, und der Sänger fühlt das alles voll authentisch.“ Wer wissen will, wie die Schlagerfaust aussieht, kann sich auf youtube jedes beliebige Video von Creed angucken (vorher den Ton ausstellen).
Diese Schlagerfaust ist verantwortlich dafür, dass ich mit Jimmy Eat World Schluss mache. Aber fangen wir von vorn an:
Als ich Jimmy Eat World das erste Mal gesehen habe, das war so 1998 oder so, haben sie bei mir Getränke bestellt. Ich habe nämlich in einer Bar gearbeitet, in die sie nach einem Konzert kamen. Sie waren aufgedreht und nett und lustig und am Schluss ziemlich voll. Nach diesem Abend hörte ich mir auch mal deren Musik an, und siehe da: ich war Blitzfan geworden. Ich kaufte von da an jedes Album gleich am Erscheinungstag, ging auf so viele Konzerte wie möglich, weil sie einfach Arsch abgerockt haben, kannte jeden Text und hatte mehr als einmal das Gefühl, Jim Adkins singt in schweren Momenten bestimmte Zeilen nur für mich. Die Melodien und Spannungsbögen haben mich immer wieder aus der Bahn gekloppt. Keine andere Band hat mir öfter die Tränen in die Augen getrieben und keine andere Band war öfter dabei, wenn ich sie getrocknet habe.
Das letzte Album „Chase This Light“ hat mich, zugegeben, etwas verwirrt. All das Hey-Rufing und Hand-Clapping war grenzwertig und fast schon Schlager. Naja, ich habe mich beim Hören einfach doller auf die Melodien konzentriert, bis ich den Schlagereinschlag nicht mehr merkte. Sie waren schließlich die größten!!!!
Am 30. Januar sollte nun endlich wieder ein Konzert stattfinden. Ich hatte schon seit November die Tage gezählt. Als ich dann noch hörte, dass ich ein Interviewtermin bekomme, war ich im ohnmächtig werden routinierter als im Atmen (übertrieben).
Bis hierhin kann man denken: Ach, was hat diese Frau für ein Glück. Ihr Traum geht in Erfüllung. Sie kann ihre Lieblingsband die Sachen fragen, die sie immer schon wissen wollte. Sie kann sich ihre Platten signieren lassen. Was man halt so macht.
Aber wenn wirklich alles so toll gewesen wäre, hätte der Text ja anders angefangen. Kurzum: Das Interview hat mich etwas desillusioniert. Die zwei, mit denen ich sprach, waren so unspontan, so völlig emotionslos und so, hm, vielleicht ist gemütlich das richtige Wort. Ich hätte damit umgehen können, wenn sie gepisst oder genervt gewesen wären. Dann hätte ich sagen können: ‚Gut, war jetzt nicht so toll, aber die waren ja auch genervt.‘ Aber ich hatte den Eindruck, die zwei waren einfach sie selbst.
‚Ruhig Blut‘, dachte ich mir. ‚Die sind eben so, weil die sich ihre Gefühle fürs Konzert aufsparen.‘ Weil ja vorher jedes der Konzerte der absolute Ausflipp war.
Aber dieses Mal gab es die neuen Songs, zu kurze Spielzeit und eben die Schlagerfaust, die der Mann zu so gut wie jedem Song machte. Und was will ich drumherum reden: sie passte besonders zu den neuen Songs ganz ausgezeichnet. Das hat mich schockiert.
Ich will keine Band gutfinden, die unspontan und gemütlich ist und zu der die Schlagerfaust passt. Ich will keine Band gutfinden, die plötzlich lustlos wird und auf dem eigenen Konzert ein kürzeres Set spielt als auf einem Festival.
Ich will nicht in ein paar Jahren auf einem Konzert hoffen müssen, dass sie ganz viel alte Sachen spielen. Ich will nicht auf einem Konzert in 10 Jahren sitzen müssen, neben mir dicke Frauen, die Blumen auf die Bühne werfen. Ich will keine Musiker gutfinden, die in Gefahr laufen, die Roger Whittakers von morgen zu werden. Ich will Jimmy Eat World lieber in Arschabrockerinnerung behalten und deshalb mach ich jetzt Schluss.
Tschüss, Jungs.
Jeder Ex, der es nach langer emotionaler Liebe noch einmal versuchen will, kriegt folgendes um die Ohren: Das geht nicht, es ist einfach zu viel passiert. Und genau das muss ich jetzt auch Björk sagen. Ich wollte es wirklich noch mal mit ihr versuchen. Weil sie mir früher so schön gezeigt hat, dass Lieder mehr bzw. alles sein können, weil mich ihr Gesang glücklich gemacht hat, weil sie so schön seltsam mit den Fingern tanzen konnte. Dann schockierte mich ihr frustrierter Vogel-Auftritt beim Hurricane. Später habe ich Medulla nicht verstanden. Das Ding war durch. Es kamen andere Bands, die auch seltsam, aber nicht Björk waren. Bei Volta habe ich mir jetzt gedacht, ich versuchs noch mal. Und dabei stelle ich fest: Es ist einfach zu viel passiert. Björk kann es nicht mehr richtig machen. Macht sie experimentelles Zeug, kann ich nix damit anfangen, macht sie alles wie immer, ist es auch scheisse. Ihre Kooperation mit Timbaland z.B. war ca. 8 Jahre überfällig, und jetzt sind halt bei ein paar Stücken die Beats nicht nur dick, sondern man kann auch auf ihnen reiten.
Ansonsten ist das Album eine Rundreise durch Debut, Yoga und Vespertine und ganz gewöhnlich anders.
Ich kann nicht mehr hören wie sie Töne lang zieht, ihre Stimme so rau macht oder am Wortende anfängt zu schreien. Ich kann nie wieder ein Album ertragen, auf dem Björk die Wörter harbour, embrace oder sparkle oder aaaaahhhhhh benutzt. Ich kann erst wieder Björk gutfinden, wenn sie spricht statt singt, wie sie das in dem einzigen Lichtblicksong Declare Independence macht. Auch wenn der wiederum nichts für Epilepsiekranke oder Choleriker ist.