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    <title>inFemme unterstellt : Rubrik:Kurzgeschichte(n)</title>
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    <dc:publisher>inFemme</dc:publisher>
    <dc:creator>inFemme</dc:creator>
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    <title>inFemme unterstellt</title>
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    <title>Aber das Kleid.</title>
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    <description>Der saß. Er konnte nicht schnell genug weglaufen. Er wollte auch gar nicht. Schließlich lag der Mann, den niemand kannte, noch immer bewusstlos neben ihm. Und er war zu schwach um ihm zu helfen.&lt;br /&gt;
Die Polizei traf ein. Natürlich interpretierten die Beamten die Zeichen völlig falsch. Aber wer sollte es ihnen verübeln: Der ein Meter fünfzig kleine Mann in Frauenkleidung steht verwirrt neben einem ohnmächtigen, aus vielen Wunden blutenden Rentner.&lt;br /&gt;
Und der Rasenmäher, ......, das verstehe ich erst jetzt.&lt;br /&gt;
Der Arm des Rentners ist nicht mehr wirklich einer. Das Sägeblatt des Rasenmähers hat aus ihm eine Mixtur aus zerfleddertem Fleisch, Knochen und herumhängenden Sehnen gemacht. Warum zur Hölle trägt der kleine Mann Frauenkleider?&lt;br /&gt;
Der Polizei kann er auch keine Antwort geben. Von den Riesen, die vor 20 Minuten noch seine Freunde waren, erzählt er auch nichts. Geht nicht.&lt;br /&gt;
Er hielt es für einen lustigen Spaß und kicherte in sich hinein, als er die vier Riesen auf den Rentner zufahren sah. Sogar der Rentner selbst dachte anfangs, es sei ein Scherz. Er hüpfte, seinem Alter entsprechend, vor dem Rasenmäher herum und täuschte lachend Panik vor. Als die Riesen den Rentner das erste Mal erwischten, verpasste einer von ihnen dem Alten einen Faustschlag direkt ins Gesicht. Blut schoss aus seiner Nase, die zusammen mit dem Jochbein brach. Jetzt spiegelte der Gesichtsausdruck des Rentners echte Panik wider, Panik und Verständnislosigkeit. Zwei der Riesen sprangen auf ihn zu, heuchelten Mitleid, gaben den Treffer als Versehen aus und wischten ihm vermeintlich sorgenvoll das Blut aus dem Gesicht. Und stützten ihn.&lt;br /&gt;
Genau in dem Moment, in dem der Rentner neues Vertrauen gefasst hat, schlugen sie wieder zu. Zwar nicht so gezielt, aber auch nicht weniger schmerzhaft. Er ging zu Boden, rührte sich kaum noch und blieb schließlich regungslos im Gras liegen. Die Riesen schubsten den kleinen Mann in Frauenkleidern beiseite, der nur da stand und sich fassungslos die hutzligen Hände vors Gesicht hielt, und rannten zurück zum Rasenmäher. Sie fuhren mit dem Mäher den Arm des Rentners hoch. Sie kamen bis zum Ellenbogen, dann steckten sie fest. Also sprangen sie herunter und zerrten am Rentner, der inzwischen glücklicherweise ohnmächtig geworden war, herum. Der kleine Mann würgte, aber selbst das geschah völlig lautlos. Warum nur hatte er den Moment, in dem sich der Spaß verabschiedet hatte, nicht bemerkt?&lt;br /&gt;
Der Rentner hatte die Augen geschlossen. Und weil die Riesen der Panik nicht mehr ins Auge blicken konnten, verloren sie das Interesse. Die übliche Drohung zum kleinen Mann  und weg.&lt;br /&gt;
Jemand hatte die Polizei verständigt. Eine Traube von Menschen stand um das Geschehen herum, noch bevor der Rettungswagen eintraf. Der zu spät war.&lt;br /&gt;
Dicke, schwitzende Menschen schnauften und glotzten sich ihre übersättigten Augen aus ihren riesigen Köpfen. Sie alle interpretierten die Szene so falsch wie die Polizei und gaben dem kleinen Mann in Frauenkleidung die Schuld. Doch allein physisch war er zu dieser Tat nicht in der Lage.&lt;br /&gt;
Aber das Kleid, brüllte ein grober Arbeiter mit immer noch schmutzigen Händen, dabei hatte seine Frau doch extra diese Paste besorgt. Jetzt müssen wir für diesen kleinen Mörder bezahlen mit unseren Steuergeldern. Ist doch Jacke wie Hose, wirft einer mit Hornhaut an den Ellenbogen ein, wir haben doch vorher für den Rentner bezahlt. Nach diesem Gedankengang wird ihm das ganze langweilig und er geht. Andere auch. Ihnen gefiel die Farbe des Kleides vom kleinen Mann nicht oder der Bart des Polizisten. Ihm und seinen Kollegen ging die Geschichte auch schnell auf die Nerven. Der kleine Mann war ihnen egal, und niemand hatte Lust, für ihn aufzukommen. Also veranlassten sie nur den Abtransport der Rentnerleiche und ließen den kleinen Mann im Gras sitzen. Jemand holte noch eine Perücke aus dem Haus und klopfte ihm auf die Schulter: Das wird schon.</description>
    <dc:creator>inFemme</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://infemme.twoday.net/topics/Kurzgeschichte%28n%29&quot;&gt;Kurzgeschichte(n)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 inFemme</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-01T18:15:00Z</dc:date>
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