Post an Wagner

Mittwoch, 23. September 2009

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Lieber Wagner,

andere experimentieren beim Kochen oder mit Drogen. Du hingegen experimentierst mit deiner Persönlichkeit. Für eine multiple bist du zu selbstverliebt, aber du probierst dich aus. In deinem Brief an den Amokläufer Georg bist du alles.
Verständnisvoller Psychologe. Sensationslüsterner Journalist. Bester Kumpel. Verrückter Franz Josef Wagner. Wissbegieriger Amok-Interessierter.

Gespannt sitzt du im Geiste vor Georg. Jetzt bist du der Therapeut. Du hast Verständnis. Du siehst den Menschen hinter dem Monster. Du willst alles wissen.
Wo war die Liebe in Georgs Leben? Deine Diagnose gleicht einem tiefenpsychologischen Geniestreich: Georgs Mutter hat einmal über Nacht in der Sandkiste sein zweitliebstes Förmchen vergessen (es war aber morgens noch da). Und seine Freundin hat Schluss gemacht, weil er mit einer anderen knutschte.

Und plötzlich bist du der verrückte Franz Josef Wagner. Der ist selbst manchmal so aufgebracht. Enttäuscht. Wütend. Traurig. Irgendwas mit Gefühlen. Rotwein. Diese Persönlichkeit will von Georg besonders viel über das WIE erfahren. Wie kommt man mit einer Axt unbemerkt in ein öffentliches Gebäude. Muss man das Sich-Mit-Einer-Axt-Hinter-Der-Tür-Verstecken lernen? Sollte die Paris Bar den Molotow-Cocktail auf die Karte nehmen?

Dann bist du plötzlich mitfühlender Didakt.
Für Dich Amokläufer hoffe ich, dass Du die Liebe lernst., schreibst du.
Ich schreibe: Für dich Briefeschreiber hoffe ich, dass du irgendwas Gescheites lernst. Klempner vielleicht.


Herzlichst

inFemme

Mittwoch, 2. September 2009

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Lieber Wagner,

heute schreibst du an die "schlimme Schweinegrippe", von der u.a. ein 35jähriger in Bonn befallen ist.

Du findest die Grippe doof, weil du es banal findest, an ihr zu sterben. Du schreibst, das sei wie in einer Regenpfütze zu ertrinken. Dazu dreierlei:
Erstens eine Frage: Ist es banal, wenn sich jemand erhängt, weil man mit dem Seil auch prima Seilspringen kann?
Und zweitens: In einer Pfütze kann man tatsächlich ertrinken. Das heißt trockenes Ertrinken. Kannst ja mal googeln.
Und drittens: Dass Banalität tödlich sein kann, lesen wir jeden Tag in deiner Kolumne.

Was ich an deinem Brief aber, auch aus beruflichen Gründen, interessant fand, dass du jetzt auch noch ne schnelle Mark mit Werbung machst. Passendes Thema ausgesucht (Grippe), passende Unternehmen gesucht (Bayer, SCA oder wie die heißen) und schwuppdiwupp die Produkte emotional in den Brief eingebaut (Tempo, Aspirin). Fertig ist die Zusatzeinnahmequelle, aus der man prima Rotwein, Zigaretten oder Dienstreisen in den Puff bezahlen kann. Du bist nicht blöd, Wagner. Doch.

Wenn ich du wäre, würde ich hier zum Abschluss einen Pathos kotzenden Satz schreiben, der noch mal ein riesen Fass aufmacht und davon ablenkt, dass dein ganzer Brief keinen Sinn macht. Weil ich aber ich bin, mache ich das so:

Pffffffft!

Herzlichst,

inFemme

Dienstag, 25. August 2009

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Lieber Wagner,
leider kann ich heute zu deinem Brief an die Zeitzeugen gar nichts schreiben. Er hat mich nämlich so gelangweilt, das ich ihn nicht zu Ende gelesen habe. Es war irgendwas mit Kinderaugen und Krieg. Wenn ich sowas will, guck ich mir ein Video von Michael Jackson an. Ich will wirre Sätze. Zum Beispiel könntest du sowas schreiben:

An die Fruchtfliegen: Ihr seid die Motten der Früchte. Keine Bockwurst zum Fussball. Kein Camembert zum Spieleabend. Die unter Euch, die es herzhaft mögen, haben es schwer. Der Spott der Fruchtfliegen macht nicht satt. Ihr sitzt in meinem Obstkorb.

An W-Lan: Mit roten Wangen sitzen kleine Mädchen mit Schleifen im Haar am Computer. Der Fortschritt ist da. Die Kabel sind weg. Niemand hat sie gefragt. Hier sortiert nicht die Evolution, sondern der Fortschritt aus. Es tut weh. In der Luft fliegen Daten.

Bitteschön.

inFemme

Mittwoch, 19. August 2009

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Lieber Wagner,

dein Brief an die Wahlkämpfer erstaunt mich. Du gehst also zum Lachen in den Keller. Und ich dachte, da gehst du nur runter, wenn der Wein alle ist.

Du hast "Isch kandidiere" von Horst Schlämmer gesehen und fandest das gar nicht witzig. Du konstatierst: "Ein Clown sollte Deutschland nicht regieren." und springst in die Bresche für die echten Politiker, die deiner Meinung nach alle mal aus ehrenhaften Beweggründen in die Politik gegangen sind:

"Vielleicht war am Anfang eine Straße, die vor der Schule keine Ampel hatte. Oder es war ein Schwimmbad, das geschlossen wurde. Oder es war ein Bach, dessen Lauf umgeleitet wurde. Oder es war ein drogengefährdetes Kind."

Oder es war das drogengefährdete Kind selbst, das den letzten Ausweg in der Gründung einer neuen Partei sah. Oder es war der Mann, der aussah wie ein Schwein und mit viel Macht davon ablenken wollte. Oder es war der vom anderen Ufer, der so gern feierte und einen besseren Grund dafür brauchte.

Naja. Auf jeden Fall findest du Schlämmer nicht lustig und über Deutschland, das "große, wunderbare Land" lachst du auch nicht. Ich frage mich, worüber du lachst. Über einen, der auf einer Bananenschale ausrutscht? Über Menschen mit offenem Hosenstall? Über deinen Arbeitgeber? Über einen Radikalekligkonservativen, der Briefe manchmal sogar an Farben schreibt? Nee, so viel Selbstironie traue ich dir nicht zu.

Und wenn du das nächste Mal zum Lachen in den Keller gehst, sag Bescheid. Dann schließ ich von außen ab und schmeiss mich den Schlüssel weg.

HUAHUAHUAHUA!

inFemme






Herzlichst

Montag, 17. August 2009

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Lieber Wagner,

mit dem Brief an die Leichtathleten haben Sie sich verraten. Sie sind ein ganz fauler Hund. Damit Sie noch weniger Zeit für Ihre Kolumne brauchen und sich noch schneller wieder an die Theke schnallen können, schreiben Sie jetzt anscheinend einfach immer an eine Sparte Leistungssportler und lassen diese wissen, dass Sie deren Erfolgen mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen. Wegen Doping natürlich.
Da wird nicht mehr dem Volk der Puls gefühlt, sondern nur noch in den Kalender mit den Sportveranstaltungen geguckt, im Template die jeweilige Sportart eingefügt, ein bisschen Besorgnis und viel wirres Zeug dazu - und fertig ist die Laube.
Mein Tipp: statt früher mit dem Trinken anzufangen, kippen Sie einfach ein paar Schnäpse zum Rotwein. Dann haben Sie vorher mehr Zeit für Ihre Briefe und sind später schneller voll. Oder umgekehrt.

Sportliche Grüße (evtl. gedopt)

inFemme

P.S.: A propos Doping: Hat eigentlich schon mal jemand untersucht, wie viel Blut Sie im Alkohol haben, wenn Sie schreiben?

Freitag, 7. August 2009

Mit 66 Jahren schreibt er noch alle an.

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Lieber Wagner,

mein Kompliment. Sogar an deinem Geburtstag nimmst du dir die zwei Minuten für deine Kolumne. Noch mehr beeindruckt mich allerdings, dass du dich getraut hast, deinen Brief an die Bundesliga überhaupt abzugeben. Und aus dem Staunen überhaupt nicht mehr raus komme ich, weil er tatsächlich gedruckt worden ist.

Es geht um deine Leidenschaft für Fußball, deinen Wunsch, ein guter Fußballer zu sein. Der sich offensichtlich nie erfüllt hat: Dein Trikot ist ein weisses Hemd. Dein Ball ist die Zigarette. Dein Durstlöscher ist Bordeaux.
Eigentlich aber geht es in deinem Brief um Größenwahn. Du schreibst, du würdest Penelope Cruz heute Abend absagen, weil du Fußball gucken willst. Nein, weil du Fußball spielst wie Ribery oder Beckenbauer. Natürlich schreibst du das nur im übertragenen Sinne, aber nach der dritten Flasche Rotwein glaubst du das wahrscheinlich wirklich. Und nach der vierten fragst du vermutlich Körzdörfer nach der Nummer von Frau Cruz, damit du ihr absagen kannst.

Du schreibst: Zuerst war der Fußball und dann kam die Frau. Ich habe diesen Satz nie geschrieben. Aber es ist so.
Ich wünsche dir zu deinem Geburtstag Inkontinenz und dass du dir die Finger mit Sekundenkleber zusammenklebst. Ich habe diesen Satz nie geschrieben. Aber es ist so.

Alles Gute,

inFemme

Donnerstag, 30. Juli 2009

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Lieber Wagner.
warum bist du nicht mit deiner Badehose im Meer geblieben?
naja. Jetzt bist du wieder hier und schreibst Briefe, zum Beispiel an den Rekordschwimmer Paul Biedermann. Mit diesem Brief willst du ihm sagen, dass du dich aufgrund der vielen Doping-Fälle im Sport nicht uneingeschränkt für seine Rekorde freuen kannst. Und wie immer war früher alles besser und ungedopt: unsere Steffi, unser Bobbele und der Schumi. Lieber Wagner, bist du dir da so sicher? Steffi Graf sah schon immer aus wie ein Mann. Schumi brauchte kein Doping, er fuhr einfach nur Auto. Und dass Boris Becker Testosteron für zehn hat, wissen wir nicht erst seit der Besenkammer.
Aber was will ich erwarten? Du bist ja auch nie sauber, wenn du schreibst.

Zur Mitte, zur Titte usw.

inFemme

Dienstag, 16. Juni 2009

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Lieber Wagner,

heute schreibst du an den Urlaub, weil du dich in denselbigen verabschiedest. Bis zum 2. Juli macht du Ferien in der Krise. Aber, werter Wagner, Ferien wovon? Vom Rotwein trinken? Vom Rauchen? Das wäre ein Traum. Dann hättest du im Juli deine Gesundheit zurück und evtl. auch deinen Verstand.
In echt bleibt natürlich alles beim Alten. Du bleibst verrückt und schreibst wirre Briefe mit sonderbaren Sätzen. Wie sowas: Deine Post kann schreien. Sie weckt schlafende Hunde. Die beissen nur oben.
Du wirst weiter "nachdenklich", "betroffen", "erbost", "traurig" und alles andere sein und über Dinge schreiben, die dich nicht betreffen. Zum Beispiel die Wirtschaftskrise. Die lässt du jetzt mal Wirtschaftskrise sein, schnappst dir deine Badehose und schwimmst bis zum 2. Juli im Mittelmeer. Nicht dass du vorher viel GLaubwürdigkeit besessen hättest, aber es war schön, ihr beim Baden gehen zuzugucken. Ich wette, sie hat sich beim Tauchen die Nase zugehalten.

Hinein ins kühle Nass,

inFemme

Freitag, 12. Juni 2009

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Lieber Wagner,

wenn ich an dich schreibe, dann meine ich auch dich. Ich spreche dich direkt an und kritisiere deine Briefe. Denn du schreibst in letzter Zeit immer häufiger Leute an, ohne sie direkt zu meinen. Heute zum Beispiel, da schreibst du AN Boris Becker, aber eigentlich ÜBER den Hofberichterstatter Nr.1 - Rolf Seelmann-Eggebert. Dieser berichtete zwar über die Hochzeit von Lady Di, aber für die Hochzeit von Boris war er nicht zu gewinnen. Das kann drei verschiedene Gründe haben:

1. Der Mann ist schon lange tot.
2. Er spricht zwar noch mit Tischbeinen, hält Menschen jedoch für Radiergummis, und hat gerade nichts mit Bleier geschrieben.
3. Er findet Boris Becker doof.

Du findest Boris Becker nicht doof. Du findest nur schade, dass er nicht mehr der Junge ist, der Wimbledon gewann. Aber die Zeiten ändern sich. Boris Becker zeugte Kinder in Besenkammern, war mit zickigen Klappspaten liiert und sieht inzwischen aus wie der unversehrte Nicki Lauda. Rolf Seemann-Eggebert hat den Goldenen Gong bekommen und ist inzwischen nicht gestorben oder dement, sondern ehremamtlich im Vorstand von UNICEF Deutschland.

Nur du, Wagner, machst immer noch dasselbe. Du schreibst wirre Briefe. An Boris über Rolf. An Angela. An Obama. An Obama. An Obama. An Wind. An Farben. Andere sagen, du bist die Stimme Deutschlands. Ich sage, du schreibst wirre Briefe (s.o. und jeden Tag in der Bild)

Herzlichst,

inFemme

Donnerstag, 28. Mai 2009

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Lieber Wagner,

heute schreibst du in deinem Brief an Mario Gomez über Mario Gomez. Zumindest ungefähr. Denn eigentlich möchtest du nicht über Mario Gomez schreiben, weil du mit Handwerkern ins Gespräch kommen willst. Das ist verwirrend. Und das bleibt es auch, obwohl du erklärst, warum:

Gomez geht für 30 Millionen zu den Bayern. Du hast ausgerechnet, dass sein Vater, Inhaber eines Malerbetriebes, dafür 200 Jahre Wohnungen anstreichen müsste. Das scheinst du irgendwie ungerecht zu finden, weshalb du eine Lobeshymne auf Handwerker schwingst. Dann fällt dir auf: der Klempner kann nicht beidfüßig schießen. Und obwohl er Glück in die Wohnung bringt, wenn er ein Klo repariert, bringt Gomes das Glück nach überall, weil alle Tooooor rufen. Du stellst fest: Es war Gomez, es war nicht der Maler, nicht der Elektriker, nicht der Klempner.

Ich kann nur sagen: Ja. Alle sind verschieden. Gomez ist nicht sein Vater. Sein Vater ist nicht der Klempner. Mein Zahnarzt ist nicht der Briefträger. Mein Glück ist nicht im Tooooor!!!!

Herzlichst,

inFemme

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inFemme - 6. Nov, 20:53
*rofl* xD
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es ist immer eine frage...
es ist immer eine frage der accessoires, meine liebe....
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O Gott, ich trage heute auch ein Gefängnistop!...
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