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Post an Wagner

Donnerstag, 28. Januar 2010

trari, trara, prostata.

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Lieber Wagner,

kennst du das? Eine Person gibt dir Informationen, die du eigentlich nicht hören möchtest. Normalerweise halte ich mir in solchen Fällen die Ohren zu und singe laut, nur leider hat das bei deinem Brief an Oskar Lafontaine nicht weitergeholfen.

Jetzt habe ich also gelesen, was du zum Thema Männerunterleib zu sagen hast. Das Stern-Interview mit Lafontaine habe dich nämlich zum Nachdenken gebracht. Es könne so schnell gehen mit dem Krebs. Du solltest dich untersuchen, wenn du nicht sterben willst. Aber: Du liessest dir so ungern in den After greifen. Doch Wagner, vielleicht solltest du genau das mal in Angriff nehmen. Wer weiss, was die in deinem Hintern finden? Vielleicht hast du dich im Brausebrand mal in eine Flasche Malzbier gesetzt. Oder der Dieckmann hat dir ein paar zu viele Firmenwagen und Gemälde reingeschoben. Vielleicht findest du so nicht nur raus, dass du keinen Krebs hast, sondern auch, warum du so wirres Zeug schreibst...

Aber wir waren ja bei deiner Prostata. Du fragst den Lafontaine nach den Symptomen:
Mehrmals pinkeln nachts? Kein kräftiger Strahl? Nachtropfen? Ich denke nicht, dass er dir antworten wird, obwohl es sicher tolle BILD-Headlines geben würde, z.B.
Wasser m-m-m-m-marsch, Oskar! oder
Krebs: Oskars Fontaine tropft..

Bitte schreibe nie wieder etwas über deinen Penis. Ich habe dir alle Informationen zusammengesammelt, die du brauchst, damit du dieses Thema in Zukunft aus deinen Briefen heraushalten kannst. Die Symptome kannst du hier nachlesen, einen Arzt, der die die Hand in den Allerwertesten schiebt gibt es hier und bestimmt ist die begehbare Prostata auch bald in deiner Nähe.
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Vielleicht haben wir ja Glück, und du verläufst dich darin.

Na dann Prostata,

inFemme

Mittwoch, 20. Januar 2010

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Lieber Wagner,

heute hat deine Enkelin Geburtstag und dein Geschenk an sie ist dein Brief an sie. Abertausende werden lesen, was du ihr in deinem "schlimmen Brief" zu sagen hast. Denn sie wird neben deiner Liebe nur Schulden Erben. Die Bundesrepublik war noch nie so verschuldet wie jetzt. So malst du einem kleinen Mädchen zu ihrem Ehrentag ihre Zukunft:

Du wirst frieren, meine Süße, weil die Energie nicht mehr bezahlbar ist. Du kannst Dir Mallorca nicht mehr leisten, Du wirst Cracker mit Tomatensoße essen, weil Fleisch und Fisch unerschwinglich sind. Wenn Du krank bist, musst Du beten. Wenn es dann noch eine Rente gibt, kannst Du nicht von ihr leben. Du musst die Schulden abbezahlen – mit schlechteren Straßen, Krankenhäusern, die nicht mehr funktionieren, einer Feuerwehr, die nicht mehr kommt.


Meine Empfehlung: statt Cracker sollte sie lieber Crack mit Tomatensosse essen, dann merkt sie die Kälte nicht so, kann sich ganz leicht einreden, sie sei auf Mallorca und ihr ist egal, dass sie weder Rente noch Krankenhaus oder Feuerwehr hat. Denn auf dich sollte sie sich lieber nicht verlassen. Du stellst zwar fest, dass "unsere egoistische Generation" die Schuld an der Misere hat, bist aber ihr Ehrenmitglied.

Du siehst das Elend im Internet. Du steckst dir eine Zigarette an. Du tippst ganz furchtbar betroffene Zeilen. Du bewunderst das Foto von dir uns Franz Beckenbauer. Du schwingst den moralischen Zeigefinger. Du schenkst dir Wein nach. Du prangerst Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit an. Du klappst den Rechner zu und triffst dich mit Udo Walz auf eine Partie Maumau.


Viel Glück!

inFemme

Donnerstag, 14. Januar 2010

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Mein lieber Wagner,

heute lässt du es dir nicht nehmen, der Bundeskanzlerin einen verspäteten Neujahrsgruss zu senden. Du wünschst ihr Gesundheit und ein glückliches Eheleben. Und dann kneifst du ihr im übertragenen Sinn aufmunternd in die hängende Backe und sagst ihr, sie solle die ganze Rumkrittelei an ihrer Person mal nicht persönlich nehmen.
Viel lieber solle sie ihren "Jungs" zeigen wo der Hammer hängt. Du schreibst:

Achten Sie darauf, dass Ihnen die Jungs den Stuhl hinhalten, wenn Sie sich beim Abendessen hinsetzen. Und dass die Jungs aufstehen, wenn Sie den Raum verlassen. Und aufstehen, wenn Sie den Raum betreten. (...) Unbedingt gehört dazu, dass die Jungs Ihnen die Wagentür öffnen und Ihnen nachwinken.


Wagner, ich muss dir ein Kompliment aussprechen. Du legst Wert auf Etikette. Für dich kommt eine gute Kinderstube noch weit vor Toten in Pakistan, oder einem Erdbeben in Haiti. Du setzt Prioritäten: Knicks statt Bombe. Diener statt Waisen. Recht so!

Und hier schnell mein Tipp für morgen: schreib an das Gespenst von Petra Schürmann. Sie hatte so ein schweres Leben.

Hochachtungsvoll,

inFemme

Montag, 4. Januar 2010

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Lieber Wagner,
du musst keine Angst haben. Auch wenn du dich heute mutig wie ein Bär hinter den dänischen Karikaturisten stellst. Für dich ist eine Karikatur kein Dynamit, keine Axt. Das, lieber Wagner, ist für die meisten Menschen so. Sie ist ja auch kein Fahrradschlauch und kein Schneemann. Sie ist eine Karikatur.

Du, Wagner, bist Zivilcourage. Du bist die Wut und schreibst, die Terror-Arschlöcher könnten dich mal. Hervorragende Idee, zum Beispiel können sie dich mal bunt anmalen, gescheit frisieren oder in eines ihrer Terror-Camps verschleppen. Da weht bestimmt ein anderer Wind als in der von dir beschriebenen Komfort-Gesellschaft, in der nur nach Florida geflogen sowie Ski gefahren wird und niemand die Katastrophe bemerkt, weil der Kellner gerade einen Champagner bringt. Jetzt, Wagner, frag dich doch mal, wer die Katastrophe ist. Kann sie sich Champagner leisten? Oder der Kellner?
Jetzt tut bestimmt dein Kopf vom Denken weh. Aua, aua. Allah. Alle Achtung! Al-Qaida. Au weia. Lass dir schnell eine Kopfschmerztablette bringen und spül sie mit Champagner runter.

Prosit!

inFemme

P.S.: Für deinen Brief spaltet dir ganz sicher kein "Al-Qaida-Idiot" den Schädel, wie du befürchtest. Und wenn doch, bin ich gespannt, ob es ein Echo gibt, wenn er Allahu akbar in die Hälften brüllt.

Montag, 21. Dezember 2009

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Lieber Wagner,

ich mache neuerdings Frühsport. Bevor ich meinen Computer hochfahre, überlege ich, an wen du wohl geschrieben hast. Und meistens liege ich richtig. Heute zum Beispiel, als du dein Wort an die Kälte bzw. die verhasste lange Unterhose richtest.

Du traust dich richtig was, Wagner. Du widersetzt dich auch sogar in deinem hohen Alter deiner Mutter und weigerst dich, eine Mütze aufzusetzen oder eine lange Unterhose anzuziehen. Lieber würdest du erfrieren, sagst du. Du nennst dich einen Macho der Kälte. Du bist genauso hart wie die, die auf einen festen Wohnsitz pfeifen, auf eine lange Unterhose erst Recht und arschcool unter einem Stück Pappe bei hohen Minusgraden im Eingang von Karstadt ein lässiges Nickerchen machen. Und manche sind sogar so cool, dass sie an der Kälte sterben, wie echte Männer mit einem Macho-Lächeln auf den Lippen.

Auf dem Weg zum Zigarettenautomat pfeift dir der eiskalte Wind durch deine Zahnlücke. Steigst du ins Taxi, kriecht die Kälte dein nacktes Bein hoch. Aber du lässt dir nichts anmerken. Du schlotterst nicht. Du lächelst leise. Überlegen. Du bist der Marlboro-Mann der Minusgrade.

R.E.S.P.E.C.T.

inFemme

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Fast

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Lieber Wagner,
fast hätte ich aufhören müssen, dir zu schreiben. Und Schuld wäre ausgerechnet Kai Dieckmann gewesen. Der hat dich nämlich zu Hause besucht und gefilmt, während du mit deiner Kolumne beschäftigt warst. Du warst hektisch. Ein bisschen aufgeregt sogar. Weil dir, wie du es nennst, noch die Conclusio fehlte. Damit meinst du die besonders verrückten Sätze am Schluss. Im Aschenbecher viele Gitanes. An der Wand ein echter Immendorf. Im Regal Fotos von Dir mit Knef, Beckenbauer, Strauß.
Zuerst war ich schockiert: Ich dachte immer, du kriggelst deine Kolumne während du auf deinen Grappa wartest, auf eine Tischdecke deiner Stammbar und wirfst sie dann bei der BILD in den Briefkasten.
Dann bekam ich Mitleid: Wie ein kleiner verschüchterter Schuljunge hast du dem Dieckmann die ersten verwirrten Sätze deines Briefes an Beckenbauer vorgelesen. Ich wurde rührselig: Der Dieckmann gibt Dir Dein journalistisches Gnadenbrot, dachte ich. Eitel schüttelst du deine schüttere Mähne und redest genauso wirres Zeug wie du schreibst.
Hier kam ich das erste Mal ins Zweifeln. Wenn das mit dem wirr Sprechen genauso geht wie mit dem Schreiben, dann kannst du unmöglich wirklich lange für die Briefe brauchen. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Dieses Video MUSS gestellt sein. Es war nämlich nicht eine einzige Flasche Rotwein zu sehen. Und von Udo Walz war auch nichts zu sehen.

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Kein Alkohol. Keine Authentizität. Danke für den Link, Björn!


Und, mein lieber Wagner, mit Deinem Brief an die Minarette bist du auf Nummer Sicher gegangen. Dein Wahn ist meine Wirklichkeit. Deine Briefe sind meine Psalmen.

Du hast nichts gegen Minarette. Wenn da nur nicht so viele Moslems drin wären. Du hast Angst vor Klassenräumen ohne Kreuze. Mütter, die kein Nachtgebet sprechen, machen ihren Kindern kein Frühstück. Deine eigene Mutter hat dir vor dem Einschlafen das Kreuz-Zeichen auf die Stirn gemalt, schreibst du. Bist du dir da sicher? Vielleicht hat sie nur Lottospielen geübt. Oder sie hat dir das Kreuz wirklich auf die Stirn gemalt, damit der Klabautermann weiss, wen er mitnehmen soll.

Jetzt kommt die Conclusio. Sie wird nie das Ende sein. Solange du schreibst, ist mein Alphabet nicht deiner Meinung.

Mein Gott, Walter, äh, Wagner, hau rein!

inFemme

Dienstag, 24. November 2009

Post an Wagner (heute ohne Bild)

Lieber Wagner,
wo nimmst du nur die Schippen her, die du bei deinen Briefen immer noch drauflegst? Heute war es wieder eine Riesenschippe Realitätsverlust. Du schreibst an die überbezahlten TV-Stars, deren Gehälter die BILD gestern (die Berühmten) und heute (die Unberühmten) ganz sicher seriös recherchiert usw. offenlegte, und die deiner Meinung nach viel zu hoch sind. Nur Gottschalk verdient sein Geld, findest du.

Jetzt nochmal für Doofe: Du regst dich darüber auf, dass dumme Leute wie Jeanette Biedermann überbezahlt sind. Du bist doch selber doof und kassierst für deine dämlichen Briefe ebenfalls zu viel und sehr wahrscheinlich auch mehr als jeder Pfleger, Lehrer oder Polizeibeamte dieses Landes.

Wer im Glashaus sitzt, Wagner.... Wer im Glashaus sitzt.

Dienstag, 10. November 2009

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Lieber Wagner,

dein Brief an das Glück vor 20 Jahren freut mich gleich doppelt. Erstens schreibst du endlich mal nicht an Angela Merkel. Zweitens schreibst du wieder an etwas, das gar keine Briefe kriegen kann und weder Augen noch Bauchspeicheldrüse hat.
Du spielst auf deinen Glückszustand vor 20 Jahren an, als sich alle in den Armen lagen.
Zuerst dachte ich: Klaro! Mauerfall! Berlin! Alle glücklich! Wir sind das Volk und so!
Aber inzwischen glaube ich, in diesem Brief ging es gar nicht ums rüber-, sondern ums rummachen. Schreibst du vielleicht von deinem ersten Besuch im Swingerclub?
"Dieses bedürfnislose Glück, sich zu berühren, sich anzufassen, sich nahe zu sein." Lieber Wagner, vielleicht hattest du in dieser Nacht, die Weltgeschichte schrieb, etwas gemeinsam mit den Menschen aus Gera, Zwickau und Senftenberg: deine erste Banane.

Das wär was.
Herzlichst,

inFemme

Mittwoch, 23. September 2009

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Lieber Wagner,

andere experimentieren beim Kochen oder mit Drogen. Du hingegen experimentierst mit deiner Persönlichkeit. Für eine multiple bist du zu selbstverliebt, aber du probierst dich aus. In deinem Brief an den Amokläufer Georg bist du alles.
Verständnisvoller Psychologe. Sensationslüsterner Journalist. Bester Kumpel. Verrückter Franz Josef Wagner. Wissbegieriger Amok-Interessierter.

Gespannt sitzt du im Geiste vor Georg. Jetzt bist du der Therapeut. Du hast Verständnis. Du siehst den Menschen hinter dem Monster. Du willst alles wissen.
Wo war die Liebe in Georgs Leben? Deine Diagnose gleicht einem tiefenpsychologischen Geniestreich: Georgs Mutter hat einmal über Nacht in der Sandkiste sein zweitliebstes Förmchen vergessen (es war aber morgens noch da). Und seine Freundin hat Schluss gemacht, weil er mit einer anderen knutschte.

Und plötzlich bist du der verrückte Franz Josef Wagner. Der ist selbst manchmal so aufgebracht. Enttäuscht. Wütend. Traurig. Irgendwas mit Gefühlen. Rotwein. Diese Persönlichkeit will von Georg besonders viel über das WIE erfahren. Wie kommt man mit einer Axt unbemerkt in ein öffentliches Gebäude. Muss man das Sich-Mit-Einer-Axt-Hinter-Der-Tür-Verstecken lernen? Sollte die Paris Bar den Molotow-Cocktail auf die Karte nehmen?

Dann bist du plötzlich mitfühlender Didakt.
Für Dich Amokläufer hoffe ich, dass Du die Liebe lernst., schreibst du.
Ich schreibe: Für dich Briefeschreiber hoffe ich, dass du irgendwas Gescheites lernst. Klempner vielleicht.


Herzlichst

inFemme

Mittwoch, 2. September 2009

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Lieber Wagner,

heute schreibst du an die "schlimme Schweinegrippe", von der u.a. ein 35jähriger in Bonn befallen ist.

Du findest die Grippe doof, weil du es banal findest, an ihr zu sterben. Du schreibst, das sei wie in einer Regenpfütze zu ertrinken. Dazu dreierlei:
Erstens eine Frage: Ist es banal, wenn sich jemand erhängt, weil man mit dem Seil auch prima Seilspringen kann?
Und zweitens: In einer Pfütze kann man tatsächlich ertrinken. Das heißt trockenes Ertrinken. Kannst ja mal googeln.
Und drittens: Dass Banalität tödlich sein kann, lesen wir jeden Tag in deiner Kolumne.

Was ich an deinem Brief aber, auch aus beruflichen Gründen, interessant fand, dass du jetzt auch noch ne schnelle Mark mit Werbung machst. Passendes Thema ausgesucht (Grippe), passende Unternehmen gesucht (Bayer, SCA oder wie die heißen) und schwuppdiwupp die Produkte emotional in den Brief eingebaut (Tempo, Aspirin). Fertig ist die Zusatzeinnahmequelle, aus der man prima Rotwein, Zigaretten oder Dienstreisen in den Puff bezahlen kann. Du bist nicht blöd, Wagner. Doch.

Wenn ich du wäre, würde ich hier zum Abschluss einen Pathos kotzenden Satz schreiben, der noch mal ein riesen Fass aufmacht und davon ablenkt, dass dein ganzer Brief keinen Sinn macht. Weil ich aber ich bin, mache ich das so:

Pffffffft!

Herzlichst,

inFemme

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dus - 28. Jan, 14:55

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