Post an Wagner

Dienstag, 16. Juni 2009

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Lieber Wagner,

heute schreibst du an den Urlaub, weil du dich in denselbigen verabschiedest. Bis zum 2. Juli macht du Ferien in der Krise. Aber, werter Wagner, Ferien wovon? Vom Rotwein trinken? Vom Rauchen? Das wäre ein Traum. Dann hättest du im Juli deine Gesundheit zurück und evtl. auch deinen Verstand.
In echt bleibt natürlich alles beim Alten. Du bleibst verrückt und schreibst wirre Briefe mit sonderbaren Sätzen. Wie sowas: Deine Post kann schreien. Sie weckt schlafende Hunde. Die beissen nur oben.
Du wirst weiter "nachdenklich", "betroffen", "erbost", "traurig" und alles andere sein und über Dinge schreiben, die dich nicht betreffen. Zum Beispiel die Wirtschaftskrise. Die lässt du jetzt mal Wirtschaftskrise sein, schnappst dir deine Badehose und schwimmst bis zum 2. Juli im Mittelmeer. Nicht dass du vorher viel GLaubwürdigkeit besessen hättest, aber es war schön, ihr beim Baden gehen zuzugucken. Ich wette, sie hat sich beim Tauchen die Nase zugehalten.

Hinein ins kühle Nass,

inFemme

Freitag, 12. Juni 2009

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Lieber Wagner,

wenn ich an dich schreibe, dann meine ich auch dich. Ich spreche dich direkt an und kritisiere deine Briefe. Denn du schreibst in letzter Zeit immer häufiger Leute an, ohne sie direkt zu meinen. Heute zum Beispiel, da schreibst du AN Boris Becker, aber eigentlich ÜBER den Hofberichterstatter Nr.1 - Rolf Seelmann-Eggebert. Dieser berichtete zwar über die Hochzeit von Lady Di, aber für die Hochzeit von Boris war er nicht zu gewinnen. Das kann drei verschiedene Gründe haben:

1. Der Mann ist schon lange tot.
2. Er spricht zwar noch mit Tischbeinen, hält Menschen jedoch für Radiergummis, und hat gerade nichts mit Bleier geschrieben.
3. Er findet Boris Becker doof.

Du findest Boris Becker nicht doof. Du findest nur schade, dass er nicht mehr der Junge ist, der Wimbledon gewann. Aber die Zeiten ändern sich. Boris Becker zeugte Kinder in Besenkammern, war mit zickigen Klappspaten liiert und sieht inzwischen aus wie der unversehrte Nicki Lauda. Rolf Seemann-Eggebert hat den Goldenen Gong bekommen und ist inzwischen nicht gestorben oder dement, sondern ehremamtlich im Vorstand von UNICEF Deutschland.

Nur du, Wagner, machst immer noch dasselbe. Du schreibst wirre Briefe. An Boris über Rolf. An Angela. An Obama. An Obama. An Obama. An Wind. An Farben. Andere sagen, du bist die Stimme Deutschlands. Ich sage, du schreibst wirre Briefe (s.o. und jeden Tag in der Bild)

Herzlichst,

inFemme

Donnerstag, 28. Mai 2009

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Lieber Wagner,

heute schreibst du in deinem Brief an Mario Gomez über Mario Gomez. Zumindest ungefähr. Denn eigentlich möchtest du nicht über Mario Gomez schreiben, weil du mit Handwerkern ins Gespräch kommen willst. Das ist verwirrend. Und das bleibt es auch, obwohl du erklärst, warum:

Gomez geht für 30 Millionen zu den Bayern. Du hast ausgerechnet, dass sein Vater, Inhaber eines Malerbetriebes, dafür 200 Jahre Wohnungen anstreichen müsste. Das scheinst du irgendwie ungerecht zu finden, weshalb du eine Lobeshymne auf Handwerker schwingst. Dann fällt dir auf: der Klempner kann nicht beidfüßig schießen. Und obwohl er Glück in die Wohnung bringt, wenn er ein Klo repariert, bringt Gomes das Glück nach überall, weil alle Tooooor rufen. Du stellst fest: Es war Gomez, es war nicht der Maler, nicht der Elektriker, nicht der Klempner.

Ich kann nur sagen: Ja. Alle sind verschieden. Gomez ist nicht sein Vater. Sein Vater ist nicht der Klempner. Mein Zahnarzt ist nicht der Briefträger. Mein Glück ist nicht im Tooooor!!!!

Herzlichst,

inFemme

Dienstag, 5. Mai 2009

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Lieber Rotwein-und Champagnerfreund Wagner,

ich habe mich lange nicht gemeldet. ich lag im Wochenbett – und nicht im Delirium, wie jeder fünfte Jugendliche. In einem Brief an die Komakinder sinnerst du über die Gründe, warum sie so viel saufen. Deine Antworten, die du selbst als lahm bezeichnest, sind auf den ersten Eindruck ziemlich logisch ("Der Beste im Komasaufen zu sein ist einfacher, als der Beste in Mathe zu sein"). Schließlich kann wahrscheinlich jeder außer Stephen B. Hawking schneller eine Flasche Wodka exen als fünfzehn Quadrat-Binomen lösen. Und knallen tut es auch mehr.
Dann kommt ein Exkurs in deine verstörte Frauenwelt: Warum immer mehr Mädchen zur Flasche greifen, fragst du dich. Saufen sie, weil sie nicht werden wollen wie ihre Mami, alleinerziehend, vor dem Fernseher hockend, ohne Mann? Das kann sein, Wagner, aber vielleicht saufen sie auch, weil sie genauso werden wollen wie ihr Papi: arbeitslos, gewaltbereit - und eben immer schön einen sitzen.
Naja. Zu guter Letzt muss dir eingefallen sein, dass du auch schon seit der 3. Klasse nicht mehr ins Glas gespuckt hast und kommst zu dem Ergebnis, dass wir Erwachsenen alle Schuld sind, weil wir immer saufen und keine Vorbilder sind. Unsere Kinder brauchen Hilfe. Aber unsere Erwachsenen auch. Da bist du doch bestimmt bei einer Flasche einem Glas Rotwein drauf gekommen.

So konstrukiv. So lösungsorientiert. Du musst in Deutschland oben sein. Damit Unten weiß, was zu tun ist. Darauf einen Dujardin. Oder was gerade da ist.

Prosit,

inFemme

Mittwoch, 3. Dezember 2008

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Lieber Wagner,
in deinem Brief an die Mannschaft des TSG 1899 Hoffenheim vergleichst du die Provinz mit der Superstadt München. Für dich spielt nicht nur Hoffenheim gegen den FC Bayern, für dich ist das ein Duell von BILD gegen Kraichgau-Stimme oder P1 gegen Alte Mühle. Du wünschst dir, dass die Provinz über Kaviar, Champagner und Überheblichkeit siegt. Deshalb wettest du dein ganzes Weihnachtsgehalt darauf, dass Hoffenheim Deutscher Meister wird - für kranke Babys in Afrika. Warum wettest du das? Ich vermute verschiedenes:
  1. Du bekommst gar kein Weihnachtsgeld
  • Du hältst die Worte „Ich spende für Kinder in Afrika“ für eine Redewendung, die so ernst zu nehmen ist wie: „Dann fress ich einen Besen.“
  1. Du glaubst ganz fest, dass es in Afrika keine kranken Babys mehr gibt, wenn der Deutsche Meister feststeht.
Herzlichst,

inFemme

Montag, 1. Dezember 2008

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Lieber Wagner,
du bist doch der, der immer auf Hoffnung und so rumreitet, richtig? Da frage ich mich ernsthaft, warum sie dem Mundharmonikaspieler von diesem Supertalent gleich nach seinem Sieg jegliche Illusionen nehmen.
Sie schreiben ihm, er sei erstens überhaupt kein Supertalent und habe zweitens kein Zuhause mehr. Denn jetzt da er reich ist, kann seine Heimat nicht mehr die Fussgängerzone sein. Jetzt mal ganz verrückt gedacht, lieber Wagner: vielleicht hatte der Mann mit der Mundharmonika ja schon vor den 100.000 Euro keine Lust, in der Fussgängerzone zu wohnen und von dem Geld aus dem vor ihm liegenden Hut zu leben. Könnte man zumindest mal drüber nachdenken.
Und jetzt, da der Hut frei ist, frage ich mich, ob du ihn nicht nehmen willst, lieber Wagner.
Könnte man zumindest mal drüber nachdenken.

Herzlichst,

inFemme

Freitag, 28. November 2008

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Lieber Wagner,
du hast Mahatma Ghandi etwas Wichtiges zu sagen: Gewalt sollte doch mit Gegengewalt bekämpft werden. Auf diesen Trichter kommst du wegen der Versace-Terroristen, die Bombay unsicher gemacht haben. Du findest, die Terroristen von Heute verstehen die Sprache der Liebe nicht mehr. Wagner, jetzt mal Butter bei die Fische: deinen Brief an Ghandi hast du doch in der Werbepause von „Die Auswanderer XXL“ geschrieben, aber erst nachdem du dir ein Brot geschmiert und kurz mit Udo Walz telefoniert hast, oder? Wann haben denn Terroristen jemals die Sprache der Liebe, von Jesus oder Ghandi verstanden? Noch nie, lautet die Antwort, denn sonst wären sie ja Hufschmied oder Chorleiter geworden. Wie zum Beispiel auch der Mann, der - und jetzt Obacht - Ghandi erschossen hat.
Du verstehst, worauf ich hinaus will?
Sehr gut.

Herzlichst,

inFemme

Freitag, 7. November 2008

Wagner enttarnt:

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Lieber Wagner,

endlich habe ich dein Geheimnis herausgefunden: du lebst in einer anderen Welt und kommunizierst durch ein Wurmloch. In deinem letzten Brief an Obama ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Das bedeutet: deine verwirrten Botschaften sind vielleicht doch logisch und kommen nur verzerrt bei uns an. Zum Beispiel, dass deine Nichte Liv hautfarbenblind sein wird, wenn sie lesen und schreiben kann und das Obama zu verdanken hat. In unserer Welt müsste Liv in einem Jahr beides gelernt haben, und ich möchte auch gern mal durch dein Wurmloch springen, wenn Obama bis dahin dafür gesorgt hat, dass alle Menschen weltweit ein fesches beige als Hautfarbe haben.

Weil du Briefe durch Wurmlöcher schickst, ist für dich der Mord an Martin Luther King genau so lange her wie die Hexenverbrennung und dauert eine neue Weltordnung nur ein Jahr. In deiner Parallelwelt haben Buchstaben 5 Dimensionen, von denen immer mindestens zwei einen Krapfen mampfen. Wie ich mir deine andere Welt vorstelle? In Bächen fließt Bordeaux. Glimmende Zigaretten fliegen dir direkt in den Mund. Kleine, katholische Bären mit Regenbogenfell gucken durchs Wurmloch und schreiben deine Kolumnen. Mit kleinen Raupenstiften, die hinten leuchten. Die Zähne der Raupen sind weich und kitzeln. Wenn du Lust hast, liest du die Briefe. Wenn nicht, küsst du die Bärchen und tänzelst zum Wurmloch. Um den Brief in unsere Welt zu schicken.

Donnerstag, 6. November 2008

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Lieber Wagner,
in deinem Brief an deinen derzeitigen Lieblingsadressaten Obama schreibst du vieles, aber das wenigste an ihn. Du beginnst vor 3000 Jahren, an dem ein Feuer so spektakulär war wie heutzutage die Wahlen des 44. US-Präsidenten. Menschen gingen barfuss zum Feuer und pressten unterwegs Palmblätter aus, um nicht zu verdursten.
und auch du scheinst mir ein wenig dehydriert, wenn du danach plötzlich schreibst, dass du aus deiner Wohnung fliegst, wenn du die Miete nicht zahlst oder deinen Job verlierst, wenn dein Chef pleitegeht, um dann Obama bittest, dir beim glücklich werden zu helfen.
Dein wirres Geschreibe kann verschiedene Gründe haben:
1. Du hast in deinem Urlaub an der Algarve Motoröl statt Wein getrunken.
2. Deine Kolumne stellt ein automatisches Programm zusammen und du hattest, wie schon öfter, die Logik-Funktion ausgestellt.
3. Du hast dir die Kolumne per Gläserrücken von einem alten Konditormeister aus dem Jenseits diktieren lassen, der nur kyrillische Buchstaben kannte.
4. Wie jetzt? Es war ein Tag wie jeder anderer und das ist schön. Danke. Glück!

Herzlichst, inFemme

Mittwoch, 5. November 2008

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Lieber Wagner,
du schreibst ans Gewissen. Dein eigentlich Beweggrund ist, dass dich die Kritik an den späten Ypsilanti-Verweigerern aufregt, aber der ist mir herzlich egal, weil du weiter unten schreibst:
„Das Gewissen ist, was einen nicht schlafen lässt. Oft schlafe ich nach meinen Kolumnen schlecht - habe ich jemanden zu Unrecht verletzt?“
Hallo? Natürlich verletzt du Menschen mit deiner Kolumne. Den Obama zum Beispiel, wenn du in rassistischer Euphorie die Talente der Schwarzen preist (Basketball, Musik). Oder alle Frauen, weil sie für dich immer noch nach Blumen riechen müssen und nicht pupsen dürfen. Oder alle Buchstaben, die du benutzt.
Bei allem Respekt, lieber Wagner: Ich glaube dir nicht, dass du schlecht schläfst, weil dein Gewissen dich plagt. Denn wenn du wirklich ein Gewissen hast, warum arbeitest du dann für die BILD-Zeitung?
Allein dafür müsste sich nämlich jede Nacht das Gewissen an dein Bett schleichen. Dich beissen. Scharfe Zähne reissen in dein Fleisch. Aua. Aua.

Herzlichst, inFemme

Zuletzt unterstellt:

Nivea kommt mir nicht...
Samstag hatten wir Werbung im Briefkasten. Und zwar...
inFemme - 29. Jun, 22:24

WERBUNG IN EIGENER SACHE:

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Schaurige Gewissheit.

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