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Sprechstunde

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Angst mit Comics.

Ich habe Angst vor Naturkatastrophen. Und zwar so schlimm, dass ich manchmal davon träume. Im letzten wurde mein Heimatdorf von einem Tsunami heimgesucht. Ich hatte alle gewarnt, niemand hatte mir geglaubt, ich war als einzige auf einen Berg geflüchtet und hatte somit auch als einzige überlebt. Mit mir auf dem Berg: die überlebensgrossen Barbapapa und Roger Rabbit, mit denen ich mich über die Dummheit der Menschen unterhielt.

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Malt sich und Naturkatastrophen in den schönsten Farben aus: Familie Barbapapa.

Mittwoch, 23. Januar 2008

so wirds gemacht, herr carr!

für mehr als zehn jahre hatte ich sechs finger an der rechten hand. und die zigarette war mein lieblingsfinger. ich habe geraucht, wenn ich gestresst war oder lässig aussehen wollte. bevor ich etwas wichtiges tun musste oder nachdem ich mich erschreckt habe. manchmal auch einfach so. ich fand das super. dann habe ich „endlich nichtraucher“ gelesen. das hat mich so genervt, dass ich sofort ein buch mit dem titel „endlich nicht mehr autor“ für alan carr geschrieben habe.
viele jahre später fuhr ich nach thailand und hatte nur ein paar meiner hausmarke-zigaretten im gepäck. jetzt ist aber in jeder thailändischen kippe doppelt so viel gift wie in juschtschenkos mittagessen. man kriegt zwar keine pocken, aber dafür breitet sich nach dem inhalieren der dicke, ätzende nebel gleich unter der schädeldecke aus und sorgt im ganzen körper für unbehagen.
trotzdem habe ich auch dort jeden tag erst wenig, aber silvester im brausebrand gleich mal eine ganze schachtel geraucht. am nächsten morgen rutschte ich auf knien vor meinem körper her und bettelte um vergebung und schnelle rekonvaleszenz. doch er zeigte kein erbarmen. unter meiner haut blieb die zähe schwarze, giftige schicht, die weder sauerstoff rein- noch giftstoffe rausliess. und was noch viel schlimmer war: den ganzen tag zuckten mir die nerven in händen, beinen und manchmal im gesicht. so wie, wenn der orthopäde einem kleine elektroschocks verpasst. lange rede, kurzer sinn: thailändische zigaretten haben meinem rauchverhalten die petersilie verhagelt.

THAI
einmal nicht drauf gehört. schon aufgehört.

wer also mit dem gedanken spielt, sich das rauchen abzugewöhnen, sollte sich eine schachtel zigaretten aus thailand (die aus polen tuns bestimmt auch) besorgen und sie zusammen mit 2 sixpacks in wenigen stunden konsumieren. scheisser kann man sich nicht fühlen. und wenn das klappt, nehme ich für diesen tipp gern 7,90 €, so viel kostet nämlich das oben genannte pseudopsychologische klugscheisserbuch.

Dienstag, 6. Februar 2007

Gute Sündenböcke: Syndrome.

Manche Krankheiten sind einfach nur furchtbar. An einem Achillessehnenriss kann ich genauso wenig gut finden wie an einer eitrigen Mandelentzündung oder Fußpilz. Aber es gibt auch Krankheiten, die ihr Gutes haben. Hier drei lässige Syndrome, die aus der Patsche helfen. Hier drei Beispiele:

Kataplexie
Dein Freund erzählt dir eine Geschichte. Sie ist sehr langweilig. Also, so richtig langweilig. Du kämpfst dagegen an, aber es hilft nicht: du schläfst ein. Dein Freund rüttelt dich wach und beklagt sich: Nie hörst du mir zu. Findest du etwa langweilig, was ich erzähle?
Du so: Im Gegenteil. Ich habe Kataplexie, das ist ein erregungsbedingt auftretender kurzzeitiger Verlust der Muskelspannung. Wenn ich nur ein bisschen aufgeregt bin, lähmt es mir schon die Zunge, aber wenn ich so was spannendes wie deine Geschichte höre, dann knick ich einfach weg. Wenn du dich jetzt zur Seite drehst und dein Nickerchen fortsetzt, ist dein Gesprächspartner vom Schimpfen so weit entfernt wie Dolly Buster von einem Gesichtsausdruck.


Immer wieder Opfer grober Scherze: Kataplexie-Kranke.
Immer wieder Opfer grober Scherze: Kataplexie-Kranke.

Das Balint-Syndrom.
Du bist strunzvoll, greifst nach deinem Glas, erwischt es nicht richtig und wirfst es um. Verstrahlt schielst du in die Gruppe. Deine Freunde sind ein Brei aus schönen Farben. Sie lachen und sagen: Geh mal nach Hause, du bist ja total dicht. Du kannst ihnen beim Ordern der nächsten Runde entgegnen: Ihr liegt aber mal so was von falsch. Das ist das Balint-Syndrom. Ich kann durch die optische Ataxie meine Augen- und Greif-Bewegungen nicht kontrollieren. Und die Tatsache, dass ich nicht einen von Euch gerade angucken kann, liegt nicht an den 17 Wodka-Os, sondern an der okulären Apraxie. Und schon ist Ruhe im Karton.

Das Alien-Hand-Syndrom.
Du bist im Restaurant. Am Nebentisch sitzt ein Pulk blöder Menschen, die unerträglich laut sind. Während du mit der rechten Hand dein Glas zum Mund führst, schnappst du dir mit der linken den gut gefüllten Aschenbecher und wirfst ihm dem größten Spacken mit viel Schwung an den Kopf. Nachdem er die Blutung halbwegs gestillt hat, wird er sehr ungehalten sein, aber nur bis zu deiner Erklärung: Das ist das Alien-Hand-Syndrom, eine neurologische Störung, durch die ich nur noch eine meiner beiden Hände steuern kann. Bei mir ist es sprichwörtlich so, dass eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Und schon wird dieser Nerv-Pulk nichts mehr tun, was dich irgendwie aufregen könnte.

Donnerstag, 11. Januar 2007

Ekel ist verschieden. Heute: Podophobie.

Ich habe kein Problem damit, große Fleischwunden vor Augen zu haben oder zersplitterte Knochen aus Haut hervorkommen kommen zu sehen. Präsentiert ein Rugbyspieler eine riesige Blutblase an seinem linken Ohr möchte ich sie gleich aufpieksen. Und ich kann ohne mit der Wimper zu zucken, jemanden beim Kotzen zugucken. Mir hingegen kann man beim Kotzen zusehen, wenn man mir nackte Füße zeigt. Ich bin Verfechter des Schuh- und Sockenzwangs, auch in geschlossenen Räumen und Schwimmbädern.
Ich habe Angst davor, dass Füße mich berühren. Der Spann geht noch, Hacken sind schon schlimmer und mit Abstand das Ekligste sind Fußnägel. Wenn der Mann mich damit berührt, grusle ich mich, dabei finde ich den ja schon so gut, dass ich ihn geheiratet habe. Fußnägel braucht kein Mensch. Wenn ich nachts damit zufällig berührt werde, wache ich auf und kann vor Ekel nicht wieder einschlafen. Wenn ich sie mir schneiden muss, schließe ich mich im Bad ein und muss mich 10mal überwinden. Ich finde, Fußpfleger sind unterbezahlt.
Wenn man sich das mal vorstellt: die pulen, schleifen und cremen an Renterfüßen rum, die damit schon vorm Führer stramm standen. Also, liebe Evolution: bitte Fußnägel wegentwickeln und Füße auf ein Minimum reduzieren, weil sie nun mal das Schlimmste sind, was der menschliche Körper zu bieten hat. Danke.

Fuss
Sollen schnell nach Hause gehen.

Samstag, 11. November 1111

Dermatologin der Herzen.

Ich bin Fan. Aber nicht vom FC St. Pauli. Da gehe ich fast nur hin, um Bier zu trinken und Leute zu gucken. Leute wie mich nennt mein Freund übrigens verächtlich Modefans. Und da ich mich weder nachträglich in die Vereinsgeschichte schreiben kann noch gesteigertes Interesse daran habe, alles über Fußball zu lernen, habe ich mich entschieden, Fan von etwas anderem zu werden. Es mag Ihnen jetzt komisch erscheinen, aber ich bin Fan von meiner Hautärztin. Um das vorweg zu nehmen, ich trage keine Schals von ihr, ich gröhle auch keine Schlachtrufe wie „Steh auf, wenn du schlimm Akne hast“ oder so. Mein Fansein kommt mehr aus dem Herzen. Und gerade das macht mich zum echten Fan. Finde ich.
Der Grund, warum ich Fan dieser Ärztin bin, ist sehr einfach. Sie ist einer der direktesten Menschen, die ich kenne. Als mich vor einigen Jahren spätpubertäre Akne plagte, verschrieb sie mir ohne lange zu fackeln ein Medikament, das meine Haut einmal komplett auf links zog. Danach waren die Pickel weg. Das allein ist ja schon toll. Noch toller war aber ihre Erläuterung zu diesem Medikament: „Das ist eigentlich für Leute, die sich mit ihren Pickeln so ins soziale Aus geschossen haben, dass sie an Selbstmord denken.“ Ohne Umschweife sagt diese Frau, was Sache ist. Toll!
Auch gestern, als ich sie nach einigen Jahren (ich war aber die ganze Zeit über Fan) wieder aufsuchte. Ich wünschte mir, dass sie mir 3 Leberflecken aus dem Gesicht entfernt. Als ich danach frug, antwortete sie folgendes.
„Die brenn ich weg. Das sieht dann aus, als hätte jemand Zigarettenstummel in ihrem Gesicht ausgedrückt, nach 3-5 Tagen fällt die Kruste ab und dann heilt es ca. 4 Wochen. Kostet 100 Euro.“
„Hm, ich heirate im Dezember. Wollen wir das vielleicht dann nach der Hochzeit machen?“
„Hm..... Es kann sich natürlich entzünden, dann gibt es einen ekligen Abszess und sie müssen vielleicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wissen Sie was? Man hat schon Pferde kotzen sehen: das machen wir lieber danach.“
Sie schüttelte mir die Hand und verabschiedete sich. Was für eine Frau!
Jetzt ist es so, dass eben diese Hautärztin in ihrem Wartezimmer eine Tafel hat, auf der sie ihre Angebote kommuniziert „Die Weihnachtsüberraschung: Botox.“ Und ich wäre zu gern mal dabei, wenn sie zu einer Botox-Kundin sagt: ‚Das wird auch höchste Zeit, dass sie was machen lassen. Aber machen Sie sich keine Illusionen: Botox kann das zwar mildern, aber nicht zaubern: ihre Scheissfrisur und ihre schiefe Nase gehen davon nicht weg.’
Was soll ich sagen? Ich bin Fan. Aber ich bin nicht blind vor Fansein und äußere auch Kritik: Die neue Sprechstundenhilfe ist alles andere ein Aushängeschild für gelungenes Gespritze im Dienste der Schönheit. Ihre Oberlippe wirkt so taub wie die Beine von Wolfgang Schäuble. Ihr Hirn ist dem Äußeren zufolge auch nicht sonderlich aktiv. Gelangweilt hängt sie an der Rezeption rum, blättert in der Gala und zieht von Zeit zu Zeit Versichertenkarten durch den Apparat. Aber auch diese Blitzbirne kann mich nicht vom Fansein abhalten. Weil ich mir ab jetzt immer vorstellen muss, wie meine Hautärztin ihrer Sprechstundenhilfe unverblümt sagt, wie kacke sie aussieht.

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das leben ist ja auch nicht nur lustig. :) danke für...
inFemme - 17. Nov, 10:57
Warum
Grusellige Geschichte. Noch gruseliger ist jedoch das...
Marcel (Gast) - 15. Nov, 21:57
Danke
Also ich find deinen Gute Taten Schlechte Taten Blog...
Marcel (Gast) - 15. Nov, 21:36

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Zuletzt aktualisiert: 18. Nov, 12:36

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